Bereits vor der Aufklärung gab es ein Nachdenken darüber, wie Bildung zu erfolgen habe, welche Ziele anzustreben seien und vor allem, welches Menschenbild einer Erziehung zugrunde gelegt werden solle. Im Verlaufe des 18. Jahrhunderts bildete sich – auf den Erziehungsvorstellungen der Aufklärung basierend - das (neu-) humanistische Erziehungs- und Bildungsideal heraus, das sich durch eine Hinwendung zur Antike, zu ihrer Philosophie und Denktraditionen auszeichnete. Dem Erlernen der alten Sprachen wurde ein besonderer Bildungswert zuerkannt, die Bildung war insbesondere an den durch Goethe und Schiller und durch den deutschen Idealismus geprägten Vorstellungen ausgerichtet. Kenntnisse in den modernen Fremdsprachen und der Erwerb naturwissenschaftlicher Kenntnisse waren demgegenüber von geringerer Bedeutung. Auch ohne das Erlernen alter Sprachen geht es nach diesem Bildungsideal ganz allgemein um die Herausbildung eines „ganzheitlichen“ Menschen. Ziel jeglicher Bildungsbemühung ist nicht die Vervollkommnung der Ausbildung zu einem bestimmten Beruf oder Berufszweig, sondern die Befähigung zu verantwortungsvollem, d.h. wertegeleiteten Handeln. Dies erfordert das Beherrschen bestimmter Basistechniken, die auch und gerade bei einer Promotion bedeutsam sind. Es sind diese wissenschaftliche Präzision, Wahrhaftigkeit und unablässige Suchen nach tragbaren und falsifizierbaren Resultaten. Wer diese Eigenschaften hat, genügend Optimismus und für den die finanzielle Frage geklärt ist, für den stellt sich die Frage: „Soll ich eine Doktorarbeit schreiben?“.

Die Promotion dient dazu, die Befähigung zu wissenschaftlichem Arbeiten nachzuweisen. Betrachtet man den beträchtlichen zeitlichen und auch finanziellen Aufwand, den eine Promotion erfordert, stellt sich folgende Frage: „Warum soll ich promovieren“. Was sind die Gründe, die jemanden nach dem Abschluss eines mitunter recht schwierigen und anstrengenden Studiums dazu veranlassen, sich anschließend nochmals mit einer bestimmten Forschungsfrage auseinanderzusetzen, und dies oftmals über mehrere Jahre hinweg? „Warum sollte ich eine Dissertation schreiben?“. Es lassen sich verschiedene Gründe bzw. Motive für eine Doktorarbeit identifizieren. Da sind einerseits diejenigen, die eine spätere Karriere in der Wissenschaft anstreben, d.h. an einem Fachinstitut einer Hochschule oder Universität arbeiten und forschen möchten, auf natur- oder geisteswissenschaftlichem oder auf einem anderen Gebiet. Es handelt sich dabei meist um Absolventen ihres Studienfachs, die besondere theoretische Fähigkeiten mitbringen und die für ihr Fach sozusagen „brennen“. Es bedarf einer besonders hohen Motivation. Denn die Stellen an Universitäten werden nach strengen Auswahlkriterien vergeben, Die Chance auf einen Arbeitsplatz an einer Universität sind gering, die Möglichkeit dort zu arbeiten ist von vielen Faktoren abhängig; insbesondere davon, ob genügend Stellen staatlicherseits vorgesehen sind bzw. finanziert werden können.

Angesichts der Akademikerschwemme in vielen Fachbereichen hat der Staat die Möglichkeit, sich jeweils die Allerbesten des jeweiligen Gebietes herauszusuchen. Viele streben als Endziel eine Professur an, die allerdings oft erst nach vielen Jahren im „akademischen Mittelbau“, also nach einer Assistentenzeit oder Tätigkeit als Akademischer Rat (bzw. wie die Titel jeweils heißen mögen) erreichbar ist. Darüber hinaus gibt es Fächer, in denen die Promotion quasi „dazugehört“, wie z.B. Biologie oder Medizin. Ärzte ohne Doktortitel gibt es zwar auch, sie sind aber selten. Dass sie keinen Doktortitel tragen, besagt zwar nichts über ihre praktische Qualifikation als Arzt oder Ärztin, in der Bevölkerung wird das Führen des Doktortitels aber mehr oder weniger als Qualitätsnachweis angesehen. Für viele ist der Doktortitel auch eine Frage des Ansehens. In vielen Führungsetagen deutscher Unternehmen und in der Politik finden sich Personen mit Doktortitel. Außerdem werden Akademiker mit Promotion in der Regel zwischen 20 und 25 % besser bezahlt als solche ohne einen Doktortitel. In manchen Bereichen dagegen, in denen vor allem Praxiserfahrung gefragt ist, wie z.B. in der Soziologie, wird dagegen ein Doktortitel für nicht notwendig angesehen und verschlechtert mitunter die Anstellungschancen. Denn Berufsbewerber mit einem Doktortitel gelten oftmals als überqualifiziert. Viele promovieren, weil sie nach dem Studium sonst arbeitslos wären und die Anstellungschancen erhöhen wollen. Schließlich promovieren viele auch allein deshalb, weil sie Freude an ihrem Fachgebiet haben.

Durch die Promotion gewinnt man mehr Zeit, um die Karriereplanung effektiver zu gestalten. Das Führen des Doktortitels ist in vielen Unternehmen ein „Türöffner“. Ferner kann durch die Promotion meist hochkarätiges Spezialwissen erworben und interessanter Kontakte geknüpft werden. Darüber hinaus gewinnt der Doktorand Einblicke in interessante Forschungsprojekte. Alles in Allem: Eine Promotion lohnt sich, wenn die bisher erörterten Gesichtspunkte auf Sie zutreffen!

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