1. Möglichkeiten der Promotion

2. Warum Promovieren?

3. Voraussetzungen

4. Ablauf

5. Wie finanziere ich eine Promotion?

6. Leitfaden für eine erfolgreiche Promotion

7. Argumente gegen eine Promotion

8. Argumente für eine Promotion

9. Suche nach einer Promotionsmöglichkeit

10. Thema für Doktorarbeit

 

Möglichkeiten einer Promotion

Durch eine erfolgreiche Promotion wird der Doktortitel erworben. Man hat die Möglichkeit, danach eine wissenschaftliche Karriere zu starten. Außerdem werden Bewerber, die einen Doktortitel führen dürfen, im späteren Berufsleben in der Regel besser bezahlt, ihre Gehaltsaussichten sind günstiger. Dies ist durchaus nachvollziehbar, zumal die Promotion der höchste wissenschaftliche Grad ist, der in Deutschland erreicht werden kann. Dementsprechend ist das Führen eines Doktortitels in Deutschland trotz aller Skandale der letzten Jahre nach wie vor mit einem erheblichen Renommee verbunden. Die Promotion weist den Träger dieses akademischen Titels als jemanden aus, der zu selbständigem wissenschaftlichem Arbeiten in dem jeweiligen Fachgebiet befähigt ist.

In der Doktorarbeit. – der zutreffende Ausdruck ist „Dissertation“, also „Streitschrift“ – erfolgt eine Auseinandersetzung mit einer bestimmten wissenschaftlichen Forschungsfrage. Es muss ein wissenschaftliches Forschungsinteresse bestehen, d.h. die Beantwortung der Frage muss die Wissenschaft in dem jeweiligen Gebiet weiter voranbringen. Es muss also ein Forschungsinteresse bestehen. Die zu Beginn der Dissertation formulierte Frage muss am Ende der Dissertationsschrift beantwortet werden.

Der entscheidende Unterschied zu einer Bachelorarbeit und Masterarbeit besteht darin, dass ein selbständiger Beitrag zur wissenschaftlichen Forschung geleistet wird. Eine Promotion kann nur an einer deutschen Universität oder an einer Fachhochschule durchgeführt werden. Die Voraussetzungen und Anforderungen, die der Doktorand mitbringen muss, differieren von einer Universität bzw. Hochschule zur anderen. Auch sind die Anforderungen in Abhängigkeit von dem jeweiligen Fachgebiet unterschiedlich.

Im Zuge der Exzellenzinitiative und des sog. Bologna-Prozesses wurde der Versuch unternommen, eine strukturierte Doktorandenausbildung zu etablieren. Dazu wurden an einige Universitäten sog. Graduiertenkollegs eingerichtet. Dabei handelt es sich um Forschungsprogramme, die es Nachwuchswissenschaftlern ermöglichen, unter optimalen Bedingungen zu promovieren. Die Graduiertenkollegs fokussieren sich auf ein bestimmtes Thema und werden nur auf Zeit eingerichtet, um die jeweilige Fragestellung zu erforschen. In Graduiertenkollegs sind meist mehrere Doktoranden tätig, die im Rahmen des Themas ihre Doktorarbeit schreiben. Die Doktoranden werden von mehreren Wissenschaftlern betreut. Hinzukommen in regelmäßigen Abständen Veranstaltungen wie Forschungskolloquien, Workshops und Sommerschulen. Außerdem erhalten Teilnehmer an einem Graduiertenkolleg in der Regel Stipendien. Die Finanzierung der Graduiertenkollegs erfolgt durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft.

Neben den Graduiertenkollegs haben sich seit 2002 auch Graduiertenschulen herausgebildet. Diese unterscheiden sich von den Graduiertenkollegs hauptsächlich dadurch, dass sie zeitlich unbefristet und thematisch ungebunden sind. Eine Alternative zu Graduiertenschulen und Graduiertenkollegs sind schließlich sog. Promotionsstudiengänge. In diesen ist ein fester Stundenplan vorgegeben und es muss eine festgelegte Punktznzahl erreicht werden. Promotionsstudiengänge bieten eine gute Strukturierung und Betreuung. Beanstandet wird allerdings, dass dadurch eine Verschulung der Promotion bewirkt werde. Anders als Graduiertenschulen und -kollegs werden Promotionsstudiengänge nicht automatisch durch Stipendium unterstützt.

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Warum Promovieren?

Die Promotion dient dazu, die Befähigung zu wissenschaftlichem Arbeiten nachzuweisen. Betrachtet man den beträchtlichen zeitlichen und auch finanziellen Aufwand, den eine Promotion erfordert, stellt sich die Frage nach dem Warum. Was sind die Gründe, die jemanden nach dem Abschluss eines mitunter recht schwierigen und anstrengenden Studiums dazu veranlassen, sich anschließend nochmals mit einer bestimmten Forschungsfrage auseinanderzusetzen, und dies oftmals über mehrere Jahre hinweg? Es lassen sich verschiedene Gründe bzw. Motive identifizieren. Da sind einerseits diejenigen, die eine spätere Karriere in der Wissenschaft anstreben, d.h. an einem Fachinstitut einer Hochschule oder Universität arbeiten und forschen möchten, auf natur- oder geisteswissenschaftlichem oder auf einem anderen Gebiet. Es handelt sich dabei meist um Absolventen ihres Studienfachs, die besondere theoretische Fähigkeiten mitbringen und die für ihr Fach sozusagen „brennen“. Es bedarf insoweit einer besonders hohen Motivation. Denn die Stellen an Universitäten werden nach strengen Auswahlkriterien vergeben. 

Die Chance auf einen Arbeitsplatz an einer Universität sind gering, die Möglichkeit dort zu arbeiten ist von vielen Faktoren abhängig; insbesondere davon, ob genügende Stellen staatlicherseits vorgesehen sind bzw. finanziert werden können. Angesichts der Akademikerschwemme in vielen Fachbereichen hat der Staat die Möglichkeit, sich jeweils die Allerbesten des jeweiligen Gebietes herauszusuchen. Viele streben als Endziel eine Professur an, die allerdings oft erst nach vielen Jahren im „akademischen Mittelbau“, also nach einer Assistentenzeit oder Tätigkeit als Akademischer Rat (bzw. wie die Titel jeweils heißen mögen) erreichbar ist. Darüber hinaus gibt es Fächer, in denn die Promotion quasi „dazugehört“, wie z.B. Biologie oder Medizin. Ärzte ohne Doktortitel gibt es zwar auch, sie sind aber selten. Dass sie keinen Doktortitel tragen, besagt zwar nichts über ihre praktische Qualifikation als Arzt oder Ärztin, in der Bevölkerung wird das Führen des Titels aber mehr oder weniger als Qualitätsnachweis angesehen.

Für viele ist der Doktortitel auch eine Frage des Ansehens. In vielen Führungsetagen deutscher Unternehmen und in der Politik finden sich Personen mit Doktortitel. Außerdem werden Akademiker mit Promotion in der Regel zwischen 20 und 25 % besser bezahlt als solche ohne Titel. In manchen Bereichen dagegen, in denen vor allem Praxiserfahrung gefragt ist, wie z.B. in der Soziologie, wird dagegen ein Doktortitel für nicht notwendig angesehen und verschlechtert mitunter die Anstellungschancen. Denn Berufsbewerber mit Doktortitel gelten oftmals als überqualifiziert. Viele promovieren, weil sie nach dem Studium sonst arbeitslos wären und die Anstellungschancen erhöhen wollen. Schließlich promovieren viele auch allein deshalb, weil sie Freude an ihrem Fachgebiet haben.

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Voraussetzungen einer Promotion

Promovieren kann naturgemäß nicht jeder, der ein Studienfach an einer Universität oder Hochschule durch ein Examen bzw. eine sonstige Prüfung erfolgreich abgeschlossen hat. Es muss je nach Studienfach eine bestimmte Note erzielt worden sein, meist besser als 2,5 bzw, in den Rechtswissenschaften die Note „vollbefriedigend“. Dies ist abhängig von der jeweiligen Promotionsordnung, wobei allerdings auch unter bestimmten Voraussetzungen Ausnahmen zugelassen werden können. Teilweise ist bereits bei Erlangung eines Bachelors die Promotion möglich, teilweise wird der Abschluss als Master verlangt oder ein vergleichbarer Abschluss, etwa ein Staatsexamen. Das Promotionsrecht steht ausschließlich Universitäten und ihnen gleichgestellten Hochschulen zu.

Der Studienabschluss muss nicht unbedingt an einer Universität erworben werden. Auch wenn nur ein Fachhochschulabschluss vorliegt, ist eine Promotion möglich, wobei dann allerdings zusätzliche Befähigungsnachweise vorhanden sein müssen, durch die die für die Promotion erforderliche Qualifikation sichergestellt werden soll. Denkbar ist auch die Promotion an einer Fachhochschule. In einem solchen Fall stellt aber eine (kooperierende) Universität den Doktorvater. Es wird unterschieden zwischen einer individuellen Promotionen und Promotionen im Rahmen eines Promotionsprogramms.

Im ersten Fall steht zunächst die Suche nach dem Thema und dem Doktorvater im Vordergrund. Dieser muss von der Forschungsidee überzeugt werden. Häufig werden Exposés verlangt. In einem solchen Exposé muss in einer kurzen Einleitung die Thematik beschrieben werden. Die leitenden Fragestellungen müssen besonders herausgearbeitet werden. Diese bilden quasi den äußeren Rahmen der Promotion. Sie fokussieren den Leser auf die Thematik und grenzen zugleich den zu behandelnden Fragenbereich ein; sie bilden den äußeren (thematischen) Rahmen. Außerdem muss vermittelt werden, warum ein besonderes wissenschaftliches Interesse an der Klärung der jeweiligen Frage besteht, warum diese Klärung die Fachwissenschaft auf dem betreffenden Gebiet voranbringt und neue Einsichten vermittelt.

Das Exposé und das Promotionsvorhaben sind dem Doktorvater in einem persönlichen Gespräch zu vermitteln. Das Exposé sollte weiterhin eine provisorische Gliederung und eine vorläufige Literaturliste enthalten.

Bei den Voraussetzungen, die ein Doktorand mitbringen muss, ist zwischen ausbildungsmäßigen und charakterlichen Eigenschaften zu differenzieren.

Ausbildungsmäßige Voraussetzungen

Promovieren kann naturgemäß nicht jeder, der ein Studienfach an einer Universität oder Hochschule durch ein Examen bzw. eine sonstige Prüfung erfolgreich abgeschlossen hat. Es muss je nach Studienfach eine bestimmte Mindestnote erzielt worden sein, in der Regel besser als 2,5 bzw. im Bereich der Rechtswissenschaften die Note „vollbefriedigend“. Maßgeblich ist die Promotionsordnung der Universität. Unter bestimmten Voraussetzungen können Ausnahmen zugelassen werden. Mitunter kann bereits mit dem Abschluss als Bachelor promoviert werden, in anderen Fällen wird der Abschluss als Master bzw. vergleichbarer Abschluss, etwa ein Staatsexamen, verlangt.

Zur Regelung der Einzelheiten sind allein Universitäten und ihnen gleichgestellten Hochschulen berechtigt. Dabei muss der jeweilige Studienabschluss nicht unbedingt an einer Universität erworben worden sein, d.h. auch mit einem Fachhochschulabschluss kann eine Promotion in Angriff genommen werden. In einem solchen Fall wird ein weiterer gesonderter Befähigungsnachweis verlangt. Möglich ist auch die Promotion an einer Fachhochschule, wobei dann eine mit der Hochschule zusammenarbeitende Universität den Doktorvater stellen muss.

Man unterscheidet individuelle Promotionen und Promotionen im Rahmen eines Promotionsprogramms. Im ersten Fall steht, wie bereits erörtert, zunächst die Suche nach einem passenden Thema und einem Doktorvater im Vordergrund. Dieser muss von der Forschungsidee überzeugt sein. Oft wird deshalb vorab die Erstellung eines Exposés verlangt. In einem Exposé muss in einer kurzen Einleitung die Thematik beschrieben werden. Es müssen die wesentlichen Fragestellungen entwickelt und dargestellt werden. Dadurch wird quasi der äußere Rahmen der Promotion gebildet. Gleichzeitig wird der Leser in das Promotionsthema eingeführt, dieses wird von ähnlichen Arbeiten und Themen abgegrenzt. Darüber hinaus muss die wissenschaftliche Relevanz des Themas deutlich herausgestellt werden. Dieses Exposé dient als Grundlage für die Vorstellung des Dissertationsvorhabens. Das Exposé sollte eine erste Grobgliederung enthalten, damit der potenzielle Doktorvater die beabsichtigte Herangehensweise erkennen und beurteilen sowie entscheiden kann, ob der den Promotionsaspiranten betreuen will oder nicht.

Charakterliche Voraussetzungen

Neben den zuvor erörterten „äußeren“ Voraussetzungen muss ein Doktorand weitere charakterliche Voraussetzungen mitbringen, damit das Vorhaben nicht voreilig abgebrochen bzw. beendet wird. Folgende Voraussetzungen muss der Doktorand aufweisen:

Der Doktorand muss über ein erhebliches Maß an Ausdauer, Durchsetzungsvermögen und „Kampfkraft“ verfügen. Das Doktorandenstudium kann je nach Fachbereich und Universität bis zum fünf Jahre dauern. Der Doktorand muss daher auch schwierige Phasen durchhalten können, in denen er auf der Stelle tritt, also „durchhängt“ bzw. kaum weiterkommt. Häufig klafft auch die Vorstellung des Doktoranden und die Realität weit auseinander; mitunter beschränkt sich die Arbeit an der Promotion auf untergeordnete Kopierarbeiten etc. Um dies alles durchzustehen, braucht der Doktorand einen unerschütterlichen Optimismus. Er muss an sich „glauben“, insbesondere, dass er die veranschlaget Zeit nicht überschreitet und die Mühen der Dissertation von Erfolg gekrönt sein werden. Ständiges Zweifeln, unablässiges Hinterfragen des eigenen Standpunkt nimmt dem Doktoranden den klaren Blick und die erforderliche Entscheidungsfreude. Letztlich darf ein Doktorand durch permanentes kritisches Durchdenken sich nicht „psychologisch ein Bein stellen.“

Der Doktorand muss in der Lage sein, Kritik zu ertragen und selbstkritisch zu verarbeiten. Die Dissertation ist, wie die Bezeichnung schon besagt, eine Streitschrift. Sie dient dazu, eine streitige Hypothese zu vertreten und die Forschungsergebnisse in der Disputation zu verteidigen. In der Regel führen die Einwände der Kollegen und Mitdoktoranden dazu, dass die eigene Position nochmals überdacht wird und im Idealfall der Doktorand somit „gestärkt“ in die Disputation gehen und seine These vertreten kann.

Dies sind die grundlegenden Eigenschaften, über die ein Doktorand verfügen muss. Naturgemäß kommen im Einzelfall noch weiter hinzu; dies hängt von dem jeweiligen Fachgebiet ab. So wird ein Doktorand der Geowissenschaften z.B. über eine gute gesundheitliche Kondition verfügen müssen, um an ggf. erforderlich werdenden Exkursionen im Außenbereich teilnehmen zu können.

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Ablauf einer Promotion

Der Ablauf der Promotion unterscheidet sich je nach Fachrichtung und danach, ob eine individuelle Promotion erfolgt eine Promotion im Rahmen eines Promotionsprogramms An Graduiertenkollegs, Graduiertenschulen und in Promotionsstudiengängen wird die Dissertation in der Regel in enger Abstimmung mit mehreren Betreuern verfasst, bei der Individualpromotion erfolgt nur eine Abstimmung mit dem Erstbetreuer,dem Doktovater. Bei der individuellen Promotion ist der Doktorand stärker auf sich gestellt, der Austausch mit dem Doktorvater ist hier weniger intensiv. Wird die Promotion intern durchgeführt, arbeitet der Doktorand z.B. als wissenschaftliche Hilfskraft am Lehrstuhl, ist der Kontakt zum Doktorvater oftmals enger als bei einer externen Promotion, bei der eine Arbeit am Institut ausscheidet. Bei einer Promotion im Graduiertenkolleg, einer Graduiertenschule oder innerhalb eines Promotionsstudienganges absolviert der Doktorand neben der Dissertation regelmäßige Seminare, Workshops und Kolloquien. Auch bei der individuellen Promotion können Seminare vorgeschrieben sein; dies ist aber selterner der Fall.

Die Dauer der Promotion sowie der Umfang der Doktorarbeit unterscheiden sich von Fachbereich zu Fachbereich. Durchschnittlich promovieren Doktoranden in Deutschland viereinhalb Jahre. Während eine Dissertation im Fach Medizin vom Umfang oft einer Bachelorarbeit gleicht, kann sie in anderen Fachrichtungen mehrere 100 Seiten umfassen. Nach Abschluss der Dissertation wird diese beim Prüfungsamt der Universität eingereicht. Das Prüfungsamt leitet die Arbeit an den Betreuer (Erstgutachter) und an den Zweitgutachter weiter. Diese müssen die Promotion bewerten.

Die Promotion setzt auch das erfolgreiche Bestehen einer mündlichen Prüfung voraus. Diese findet entweder in Form eines Rigorosums oder einer Disputation statt. Bei der Disputation handelt es sich um ein wissenschaftliches Streitgespräch, in dem der Doktorand die Thesen bzw. das Ergebnis seiner Dissertation verteidigt. Das Rigorosum ist eine mündliche Prüfung, die ebenfalls das Dissertationsthema, aber auch weitere Fragestellungen allgemeiner Art aus dem Studium zum Gegenstand hat. Die Noten aus mündlicher Prüfung und Dissertation ergeben die Gesamtnote. Nach Benotung von mündlicher Prüfung und Dissertation ist das Promotionsverfahren abgeschlossen. Der Doktortitel darf erst geführt werden, wenn die Dissertation veröffentlicht wurde, wozu meist nochmals eine Überarbeitung erfolgt.

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Wie finanziere ich eine Promotion?

Wie finanziere ich eine Promotion? Diese Frage ist von großer Bedeutung, denn eine Promotion kostet im Schnitt ca. 60.000 €. Um dies zu „stemmen“, gibt es mehrere Alternativen: Die meisten Dokotoranden finanzieren ihre Arbeit über eine Anstellung als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut oder dem Lehrstuhl, an dem sie promovieren. Das hat den Vorteil, dass sie in aktuelle Forschungsprojekte des Instituts eingebunden sind und ein intensiver Austausch mit zahlreichen Spezialisten erfolgen kann. Vor allem Doktoranden, die wissenschaftlich Karriere machen wollen, können auf diese Weise persönliche Kontakte knüpfen, die ihnen bei einem Verbleib in der Wissenschaft große Hilfe sein können. Außerdem sind sie in die Vorbereitung und die Durchführung von Lehrveranstaltungen involviert. Andererseits sind die Stellen meist unabhängig von der Dissertation und lassen einem wenig Zeit, um an der Promotionsschrift zu arbeiten. Meist sind diese Stellen auch zeitlich befristet und im Verhältnis zum erforderlichen Aufwand schlecht bezahlt.

Auch die Finanzierung der Promotion durch eine Anstellung außerhalb der Universität ist möglich. Entscheidend ist, ob neben der Arbeit noch genügend Zeit für die Promotion bleibt. Naturwissenschaftler können in Industrieunternehmen arbeiten und dadurch gleichzeitig an ihrer Dissertation zu arbeiten. Sie arbeiten im Unternehmen, sind aber an ein oder zwei Tagen in der Woche freigestellt. Das Thema muss aber für das Unternehmen von Bedeutung sein.

Eine andere Möglichkeit der Finanzierung bietet ein Stipendium. Neben guten Noten im Studium und einem überzeugenden Exposé kann auch soziales Engagement den Weg zum Stipendium ebnen. Das Stipendium deckt aber in der Regel nur den Grundbedarf ab, es ist zudem zeitlich befristet. Alles in allem gitl folgendes: Vor Inangriffname des Promotionsvorhabens sind vorab alle finanziellen Möglichkeiten sorgfältig und ausführlich auszuloten.

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Leitfaden für eine erfolgreiche Promotion

Will man promovieren, ist zunächst die Promotionsordnung der jeweiligen Universität zu beachten, die teilweise voneinander abweichen. Im Übrigen sind verschiedene Themenkreise zu unterscheiden, die Annahme als Doktorand bzw. die Anerkennung der Gleichwertigkeit, Verlängerungsmöglichkeiten und des avisierten Doktorgrades und schließlich das eigentliche Promotionsverfahren.Wie bereits an anderer Stelle ausgeführt, muss jeder Doktorand einen Antrag auf Annahme als Doktorand bei der jeweiligen Fakultät stellen. Dies sollte möglichst frühzeitig erfolgen, und zwar mit Aufnahme des Promotionsvorhabens. Jeder angenommene Doktorand muss einen Betreuer haben; dies gilt auch, wenn der Betreuer die Fakultät verlässt. Dem Antrag müssen bestimmte Unterlagen beigefügt werden, in der Regel ein Lebenslauf des Kandidaten, eine Erklärung über vorherige Promotionsgesuche, ihre Zeitpunkte, die Fakultäten und die Themen früherer Arbeiten, eine kurze Erklärung (ca. 1/2 Seite) über das jeweilige Arbeitsgebiet der Dissertation und Angaben zum angestrebten Doktorgrad.

Die Anforderungen variieren aber von Universität zu Universität. Demnach gilt: Entscheidend ist stets die geltende Promotionsordnung. Ferner sollte eine schriftliche Erklärung eines Professors, Hochschul- oder Privatdozenten der Fakultät über die Bereitschaft, den Antragsteller bei der Anfertigung seiner Dissertation zu betreuen, beigefügt werden. Hat sich der Namen (z.B. bei Heirat) geändert, ist ein entsprechender Nachweis hinzuzufügen; ggf. müssen die Zulassungsvoraussetzungen (z.B. Gleichwertigkeitsnachweise bei einer Promotion in einem Fach, das der Antragsteller nicht studiert hat, noch gesondert nachgewiesen werden.

In der Regel ist für die Anfertigung der Dissertation ein bestimmtes Zeitfenster vorgegeben (z.B. drei Jahre). Ist abzusehen, dass eine Verlängerung erforderlich wird, muss dies beantragt werden. Das eigentliche Promotionsverfahren ist je nach Universität unterschiedlich gestaltet: An vielen Instituten ist es üblich, z. B. im Semester vor der geplanten Abgabe der Dissertation einen Vortrag über deren Inhalte im Rahmen eines Doktorandenseminars zu halten. Teilweise werden dazu auch der vorgesehene Zweitgutachter aus der Fakultät und sonst interessierte Personen eingeladen. Der Betreuer sollte den Zweitgutachter vorschlagen. Dieser kann von der gleichen oder einer fremden Universität kommen, maßgeblich ist wiederum die jeweilige Promotionsordnung. Als nächstes muss dann ein Antrag auf Eröffnung des Verfahrens gestellt werden. 

Eine Kurzfassung der Dissertation ist beizufügen, aus der sich ergeben soll, was das eigentlich Neue an der Dissertation ist. Vor der Sitzung des jeweiligen Fakultätsrats muss eine vorgeschriebene Anzahl an Exemplaren der Dissertation eingereicht werden. In der Fakultätsratssitzung wird das Dissertationsverfahren eröffnet, Gutachter und Prüfer werden festgelegt. Sodann erstellen die Gutachter ihre Gutachten. Die Dissertation und die Gutachten werden sodann zur Einsichtnahme ausgelegt. Die Arbeit und die Gutachten müssen während einer Mindestfrist ausliegen. Es muss dann der Prüfungstermin festgelegt werden.

Die mündliche Prüfung wird meist in der Vorlesungszeit durchgeführt. In der mündlichen Prüfung werden allgemeine Fragen zum jeweiligen Fachgebiet gestellt sowie zur Dissertation und zu ihrem Inhalt. Es kann sich daraus ein durchaus kontroverses Streitgespräch entwickeln. Anschließend wird in der Regel ein kleiner Sektempfang stattfinden, an dem Prüfer und Kollegen teilnehmen.

Nach Vorliegen der Druckgenehmigung (Imprimatur) muss die Dissertation in einer von den Referenten genehmigten Fassung veröffentlicht werden. Grundsätzlich kann die Veröffentlichung erfolgen durch einen von der Fakultät anerkannten gewerblichen Verleger. Eine bestimmte Anzahl von Exemplaren ist der Universität, der Fakultät und anderen Mitgliedern der Universität vorzulegen. Möglich sind auch Sonderdrucke, Belegexemplare bei der Veröffentlichung in einer Fachzeitschrift. Nach Meldung der Bibliotheken an das Prüfungssekretariat erfolgt die Aushändigung der Doktorurkunde. Es ist geschafft. Ab diesem Zeitpunkt besteh das Recht zur Führung de Doktortitels. Entscheidend ist die Promotionsordnung der jeweiligen Universität. Diese weichen  in vielerlei Hinsicht voneinander ab. Hinzukommen noch Sonderbestimmungen der betreffenden Fakultät, an der promoviert werden soll.

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Argumente gegen eine Promotion

Will man promovieren, sollte man sich zunächst das Pro und Contra überlegen. Die jeweiligen Argumente sollten sorgsam gegeneinander abgewogen werden. Dabei spielen verschiedene Aspekte eine Rolle, vor allem, wie die mit der Promotion verbundene finanzielle „Durststrecke“ überwunden bzw. vermieden werden kann. Denn es gilt stets zu bedenken, dass eine Promotion viel Zeit und Mühe kostet und oftmals nicht absehbar ist, wie viel Zeit man letztlich tatsächlich benötigt, um eine wissenschaftlich vertretbare und ansprechende Dissertation zustande zu bringen.

Vorab ist also stets die Frage zu klären, wie die Promotion finanziert werden soll. Dies ist von großer Bedeutung, denn eine Promotion kostet im Schnitt ca. 60.000 €. Es gibt mehrere Möglichkeiten:

Die meisten Dokotoranden finanzieren ihre Arbeit über eine Anstellung als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut bzw. am Lehrstuhl, an dem sie ihre Dissertation schreiben möchten. Dies bringt es mit sich, dass sie an den jeweiligen Forschungsprojekten des Instituts partizipieren können und auch der akademische Austausch mit zahlreichen Spezialisten möglich ist. Naturgemäß gilt dies vor allem für solche Doktoranden, die eine wissenschaftliche Karriere anstreben, weniger dagegen für solche, die z.B. in naturwissenschaftlichen Fächern, in ein Forschungsunternehmen eintreten wollen.

Es können Kontakte geknüpft werden, die ggf. von Vorteil sind; auch in die Lehrveranstaltungen sind die Doktoranden eingebunden. Der Nachteil besteht darin, dass zuviel Zeit für Dinge aufgewandt werden muss, die mit der Promotion nichts zu tun haben, die Bezahlung schlecht ist und oft die Anfertigung der Dissertation zu kurz kommt, was Verlängerungen nach sich ziehen kann. Auch die Finanzierung der Promotion durch eine Anstellung außerhalb der Universität ist möglich. Entscheidend ist, ob neben der Arbeit noch genügend Zeit für die Promotion bleibt. Naturwissenschaftler können in Forschungsunternehmen eingesetzt werden und zugleich an ihrer Dissertation arbeiten. Meist werden sie dann von der jeweiligen Firma für ein oder zwei Tage pro Woche freigestellt. Schließlich kann die Finanzierung auch mit Hilfe eines Stipendiums erfolgen. Allerdings wird dadurch oft nur ein Teilbedarf der anfallenden Kosten gedeckt.

Bevor man das Promotionsvorhaben beginnt, sollte man stets danach fragen, ob sich die Promotion für einen tatsächlich lohnt, vor allem wenn es sich um eine naturwissenschaftliche Fragestellung handelt, bei der sich verwertbare Resultate erst nach Durchführung zahlreicher Experimente und Forschungsreihen realisieren lassen und nicht sichergestellt ist, ob nicht ein anderer Froscher ggf. die gleiche Thematik behandelt. Folgende Gesichtspunkte muss man sich vor Augen führen, um die erfolgende Frage zu beantworten: „Soll ich eine Dissertation schreiben“?

Das Thema der Dissertation muss eigenständig gewählt und vertreten werden. Außerdem muss der jeweilige Doktorvater hiervon überzeugt werden. Es ist das Zeichen eines qualifizierten Akademikers, dass er  dies ohne fremde Hilfestellung bewerkstelligen kann. Hilfe beim Thema der Doktorarbeit ist selbstverständlich möglich.

Auch an Universitäten bzw. in den jeweiligen Fakultäten agieren Menschen. Es besteht dort also eine bestimmte Arbeitsatmosphäre, wie in einem Unternehmen, einer staatlichen oder einer anderen Organisation. Demgemäß sind alle menschlichen Affekte vertreten, Angst, Konkurrenzneid und Verdrängungstendenzen etc.. Auch bei der Erstellung der Dissertation sind Termine bzw. Fristen zu beachten und Teilergebnis zu präsentieren. Die Promotion wird nicht in einem „luftleeren Raum“ erstellt, sondern in der alltäglichen Realität an Universitäten. Wichtig ist die Konzentration auf das gewählte Thema. Es ist aber zu beachten, dass Doktoranden oft dazu angehalten werden, Vor- und Nacharbeiten für ihren Doktorvater zu übernehmen. Es besteht somit die Gefahr, dass dadurch die Fokussierung auf die Promotion verloren geht. Neben dem Abfassen der Dissertation sind Fachartikel zu verfassen, es muss an Fachkonferenzen teilgenommen werden und der Doktorvater wird sie dazu drängen, viele Beiträge für ihn produzieren.

Schließlich: Das mit dem Führen eines Doktortitels verbundene Renommee sollte nicht die Haupttriebfeder sein. Denn nur, wer trotz der zuvor dargelegten Unzulänglichkeiten und Beschwernisse genügend Optimismus aufbringt und einen langen Atem hat, wird Erfolg haben. Haben Sie das nicht, spricht dies gegen eine Promotion.

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Argumente für eine Promotion

Bereits vor der Aufklärung gab es ein Nachdenken darüber, wie Bildung zu erfolgen habe, welche Ziele anzustreben seien und vor allem, welches Menschenbild einer Erziehung zugrunde gelegt werden solle. Im Verlaufe des 18. Jahrhunderts bildete sich – auf den Erziehungsvorstellungen der Aufklärung basierend - das (neu-) humanistische Erziehungs- und Bildungsideal heraus, das sich durch eine Hinwendung zur Antike, zu ihrer Philosophie und Denktraditionen auszeichnete. Dem Erlernen der alten Sprachen wurde ein besonderer Bildungswert zuerkannt, die Bildung war insbesondere an den durch Goethe und Schiller und durch den deutschen Idealismus geprägten Vorstellungen ausgerichtet. Kenntnisse in den modernen Fremdsprachen und der Erwerb naturwissenschaftlicher Kenntnisse waren demgegenüber von geringerer Bedeutung. Auch ohne das Erlernen alter Sprachen geht es nach diesem Bildungsideal ganz allgemein um die Herausbildung eines „ganzheitlichen“ Menschen. Ziel jeglicher Bildungsbemühung ist nicht die Vervollkommnung der Ausbildung zu einem bestimmten Beruf oder Berufszweig, sondern die Befähigung zu verantwortungsvollem, d.h. wertegeleiteten Handeln. Dies erfordert das Beherrschen bestimmter Basistechniken, die auch und gerade bei einer Promotion bedeutsam sind. Es sind diese wissenschaftliche Präzision, Wahrhaftigkeit und unablässige Suchen nach tragbaren und falsifizierbaren Resultaten. Wer diese Eigenschaften hat, genügend Optimismus und für den die finanzielle Frage geklärt ist, für den stellt sich die Frage: „Soll ich eine Doktorarbeit schreiben?“.

Die Promotion dient dazu, die Befähigung zu wissenschaftlichem Arbeiten nachzuweisen. Betrachtet man den beträchtlichen zeitlichen und auch finanziellen Aufwand, den eine Promotion erfordert, stellt sich folgende Frage: „Warum soll ich promovieren“. Was sind die Gründe, die jemanden nach dem Abschluss eines mitunter recht schwierigen und anstrengenden Studiums dazu veranlassen, sich anschließend nochmals mit einer bestimmten Forschungsfrage auseinanderzusetzen, und dies oftmals über mehrere Jahre hinweg? „Warum sollte ich eine Dissertation schreiben?“. Es lassen sich verschiedene Gründe bzw. Motive für eine Doktorarbeit identifizieren. Da sind einerseits diejenigen, die eine spätere Karriere in der Wissenschaft anstreben, d.h. an einem Fachinstitut einer Hochschule oder Universität arbeiten und forschen möchten, auf natur- oder geisteswissenschaftlichem oder auf einem anderen Gebiet. Es handelt sich dabei meist um Absolventen ihres Studienfachs, die besondere theoretische Fähigkeiten mitbringen und die für ihr Fach sozusagen „brennen“. Es bedarf einer besonders hohen Motivation. Denn die Stellen an Universitäten werden nach strengen Auswahlkriterien vergeben, Die Chance auf einen Arbeitsplatz an einer Universität sind gering, die Möglichkeit dort zu arbeiten ist von vielen Faktoren abhängig; insbesondere davon, ob genügend Stellen staatlicherseits vorgesehen sind bzw. finanziert werden können.

Angesichts der Akademikerschwemme in vielen Fachbereichen hat der Staat die Möglichkeit, sich jeweils die Allerbesten des jeweiligen Gebietes herauszusuchen. Viele streben als Endziel eine Professur an, die allerdings oft erst nach vielen Jahren im „akademischen Mittelbau“, also nach einer Assistentenzeit oder Tätigkeit als Akademischer Rat (bzw. wie die Titel jeweils heißen mögen) erreichbar ist. Darüber hinaus gibt es Fächer, in denen die Promotion quasi „dazugehört“, wie z.B. Biologie oder Medizin. Ärzte ohne Doktortitel gibt es zwar auch, sie sind aber selten. Dass sie keinen Doktortitel tragen, besagt zwar nichts über ihre praktische Qualifikation als Arzt oder Ärztin, in der Bevölkerung wird das Führen des Doktortitels aber mehr oder weniger als Qualitätsnachweis angesehen. Für viele ist der Doktortitel auch eine Frage des Ansehens. In vielen Führungsetagen deutscher Unternehmen und in der Politik finden sich Personen mit Doktortitel. Außerdem werden Akademiker mit Promotion in der Regel zwischen 20 und 25 % besser bezahlt als solche ohne einen Doktortitel. In manchen Bereichen dagegen, in denen vor allem Praxiserfahrung gefragt ist, wie z.B. in der Soziologie, wird dagegen ein Doktortitel für nicht notwendig angesehen und verschlechtert mitunter die Anstellungschancen. Denn Berufsbewerber mit einem Doktortitel gelten oftmals als überqualifiziert. Viele promovieren, weil sie nach dem Studium sonst arbeitslos wären und die Anstellungschancen erhöhen wollen. Schließlich promovieren viele auch allein deshalb, weil sie Freude an ihrem Fachgebiet haben.

Durch die Promotion gewinnt man mehr Zeit, um die Karriereplanung effektiver zu gestalten. Das Führen des Doktortitels ist in vielen Unternehmen ein „Türöffner“. Ferner kann durch die Promotion meist hochkarätiges Spezialwissen erworben und interessanter Kontakte geknüpft werden. Darüber hinaus gewinnt der Doktorand Einblicke in interessante Forschungsprojekte. Alles in Allem: Eine Promotion lohnt sich, wenn die bisher erörterten Gesichtspunkte auf Sie zutreffen!

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Suche nach einer Promotionsmöglichkeit

Meist hat man im Laufe des Studiums bereits genügend eigenes Wissen erlangt, um beurteilen zu können, wo man promovieren will. In der Regel kennt man die Professoren, die auf dem eigenen Gebiet forschen oder man kann diese in Erfahrung bringen; oft allein aufgrund der Lektüre von Fachzeitschriften oder Dissertationen bzw. der Recherche der jeweiligen Fundstellen und Zitate. Manchmal kommt ein Kontakt zu dem gewünschten Doktorvater nicht zustande oder es bestehen andere Hinderungsgründe. Mitunter wird der Promotionsentschluss auch erst gefasst, nachdem der zukünftige Doktorand bereits längst in der Praxis Fuß gefasst hat, also z.B. als Rechtsanwalt tätig ist oder in einem Forschungsunternehmen an Versuchsreihen beteiligt ist; oder man ist inzwischen in eine andere Stadt umgezogen

Die Suche nach einer geeigneten Promotionsstelle kann sich daher gelegentlich schwierig gestalten. Dabei muss man strategisch denken, d.h. verschiedene Wege wählen, um ans Ziel zu kommen.

Zunächst bietet es sich an, sich im universitären Umkreis umzuhören. Meist hat man schon Kontakt zu einem bestimmten Professor, mit dem man ggf. während des Studiums besonders eng zusammengearbeitet hat. Man kann auch die Website der betreffenden Fakultät zu Rate ziehen, wenn man nicht ohnehin bereits auf dem Laufenden ist. Der Nachteil bzw,. das Risiko besteht darin, dass ausgeschriebene Stellen rasch besetzt werden und man zu spät kommt, man also nicht schnell genug ist.

Oft sind es auch Bekannte, Freunde oder Kommilitonen, die auf Promotionsmöglichkeiten hinweisen können. Demnach gilt: Je mehr Personen von dem Projekt „Promotion“ Kenntnis haben, desto besser. Da offizielle „Pfade“ ausgetreten sind und man, wie gezeigt, häufig nicht schnell genug ist, sind „inoffizielle“ Wege oft besser. Auf diese Weise kann es einem gelingen, einerseits möglichst frühzeitig möglichst viele Menschen auf das Vorhaben hinzuweisen, andererseits etwaige Mitbewerber zu umgehen. Ein häufig beobachteter Umstand ist die Tatsache, dass potenzielle Doktorväter meist als Erstes ihre Assistenten danach fragen, wer aus deren Bekanntenkreis für die jeweilige Stelle besonders prädestiniert ist. Für viele Menschen stellt das Kennenlernen neuer Menschen im Beruf trotz aller Chancen eher eine Belastung dar. So nehmen auch an der Universität Professoren lieber Doktoranden an, die sie bereits kennen. Wird der Entschluss zur Promotion erst später – in der Berufspraxis - gefasst, sollte man auch auf gemeinsam besuchte Seminare und sonstige Lehrveranstaltungen zurückgreifen; auch eine Arbeit am jeweiligen Lehrstuhl muss es nicht unbedingt gewesen sein. Manchmal kann auf Konferenzen oder Seminaren ein alter Kontakt wieder aufgefrischt bzw. intensiviert werden. Immer wieder kommt es auch vor, dass Professoren lieber „gestandene Praktiker“ als Dokotoranden lieber haben, weil diese eigene Berufserfahrung mit einer bestimmten Thematik haben und diese Kenntnisse mit einbringen können. Diese Vorkenntnisse erleichtern das Abfassen der Dissertationsschrift erheblich. Denn man kann dann rascher entscheidende Erkenntnisse erzielen, die anderen eher theoretisch denkenden Doktoranden ggf. verschlossen bleiben.

Auch im Internet wird auf Promotionsmöglichkeiten hingewiesen, in besonderen Jobbörsen bzw. im Anzeigenteil der Tages- und Wochenzeitungen. Auf dem Gebiet der Naturwissenschaften ist der Bedarf an Forschern besonders groß. Namhafte deutsche und internationale Institute veröffentlichen in regelmäßigen Abständen Anzeigen, in denen sie um geeignete Kandidaten werben. Die deutsche Hochschulrektorenkonferenz z.B. bietet eine besondere Suchmaschine an. Dort lässt sich ersehen, wo welcher Doktorgrad erworben kann, wobei allerdings keine Angaben zu Tätigkeiten als interner Doktorand gemacht werden. In der Erweiterten Suche kann man auch nach Promotionsmöglichkeiten für bestimmte Sach- und Themengebiete suchen. Das ist vor allem für Fächer von Bedeutung, in denen Promotionen mit unterschiedlichen Schwerpunkten und Abschlüssen in Betracht kommen wie z.B. mit Lebensmitteltechnologie zum Dr. Ing., Dr. rer. nat. oder Dr. oec. Troph. Schließlich sind auch Initiativbewerbungen denkbar, aber unpraktikabel, weil am wenigsten erfolgversprechend. Diese Möglichkeit ist demnach von nachrangiger Bedeutung. Man kann sich dann nicht den Vorwurf machen, dass man nicht alle Möglichkeiten ausgeschöpft habe. Das Suchen nach einer geeigneten Promotionsstelle ist mit der Suche nach einem geeigneten Arbeitsplatz zu vergleichen. Allerdings ist das Angebot kleiner, die Anzahl möglicher Dissertationsangebote ist wesentlich geringer, die Auswahl eingegrenzt. Dementsprechend nimmt allein die Suche nach einer geeigneten Promotionsstelle längere Zeit in Anspruch.

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Thema für Doktorarbeit

Die Suche nach einem geeigneten Thema für eine Dissertation ist sicherlich einer der schwierigsten Phasen des Promotionsprozesses.

Zum einen muss man sich selbst für das Thema interessieren und davon ausgehen, dass dieses Interesse auch noch weiterhin anhalten wird. Denn der Doktorand muss sich mit der Materie ggf. bis zu fünf Jahren oder im Einzelfall noch länger befassen. Andererseits darf das Thema nicht zu umfassend sein, will man vermeiden, dass man in absehbarer Zeit zu einem vertretbaren Ergebnis gelangt; hat der Doktorand weitergehende akademische Ambitionen, muss das Thema ggf. noch für eine sich u.U. anschließende Habilitation ausreichen.

Das Finden des Themas vollzieht sich nicht in kurzer Zeit. Oftmals wechseln Doktoranden sogar mehrfach die jeweilige Themenstellung. Es kommt immer wieder vor, dass der Doktorand sein Thema erst einige wenige Monate vor dem Ende eines Doktorandenstudiums findet. In den seltensten Fällen wird dem Doktoranden ein ihn brennend interessierendes Thema zugewiesen, mit dem er sich in der Folgezeit intensiv beschäftigen kann.

  • Man darf sich nicht unnötig unter Druck setzten, denn nicht immer sind Dissertationen von grundlegender Natur wie z.B. Arbeiten bekannter Mediziner, Biologen oder Physiker. Der Nachweis des selbständigen wissenschaftlichen Arbeitens kann auch dadurch erbracht werden, dass ein Problem und die dazu vertretenden Lösungsansätze zusammengefasst, aus einer vollkommen anderen Sicht dargestellt gebündelt und neue eigene Lösungsansätze entwickelt werden.
  • Wer Patentlösungen für die Suche nach einem Thema für die Doktorarbeit sucht, wird enttäuscht werden; allenfalls Anregungen können vorgetragen werden. Es empfiehlt sich zudem, auf eigene (Praxis-) erfahrungen zurückzugreifen, d.h. man sollte sich fragen, ob bei früheren Seminar-, Haus-, Diplomarbeiten bzw. Bachelor- oder Masterarbeiten Themen aufgetreten sind, die besonders interessant zu sein schienen. Kann diese Fragestellung Gegenstand einer tiefergehenden Untersuchung sein?
  • Man kann auch die in bestimmten Fachbereichen existierenden Verzeichnisse abgeschlossener oder laufender Dissertationen einsehen. Dabei sollte man von einer Nachahmung oder moralisch zweifelhaften Plagiatsversuchen Abstand nehmen. Denn gerade die Plagiatsthematik hat bekanntlich die deutsche Öffentlichkeit in den letzten Jahren besonders stark beschäftigt. Man denke nur an den Freiherr von und zu Guttenberg, Anette Schavan , Frau Koch-Mehrin, um nur einige zu nennen.
  • Man sollte sich zunächst eine Übersicht über die veröffentlichten Arbeiten in seinem Fachbereich verschaffen. Erst dann wird man in der Lage sein, etwas wirklich Neues zu entwickeln. Kennt man die Grundlagenliteratur nicht, kann man nicht überblicken, ob das Thema bereist bearbeitet wurde. Die Unterhaltung mit Kollegen, Habilitanden und Professoren ist dabei sinnvoll. Vor allem zu Beginn können ihnen diese Personen aus ihrem universitären Umfeld eine erste Orientierung bei der Auswahl ihres Dissertationsthemas liefern. Verlassen sie sich jedoch nicht darauf. Denn nur sehr selten existiert bereits ein vordefiniertes Dissertationsthema.
  • Auch den Kontakt mit den Leuten aus der Praxis ist wesentlich. Wenn man im Bereich der theoretischen Physik forschen will, ist dies allerdings weniger bedeutsam. Der eigen (Labor-) versuch ist dann wichtiger. Ansonst vermitteln Gespräche mit anderen Personen neuartige Perspektiven. Bei Betriebswirtschaftlern muss ein deutlicher Praxisbezug vorahnden sein.
  • Ein andere Frage ist: Sollten Zusammenhänge zwischen dem Dissertationsthema und der für später avisierten Berufstätigkeit beachtet werden? Auch dazu ist eine allgemeingültige Antwort nicht möglich. Legen Arbeitgeber Wert auf ausgewiesene Spezialisten für ganz bestimmte Themenbereichen, ist für sie oft die Frage relevant, ob der Stellenbewerber sich mit der Thematik bereits ausführlich im universitären Umfeld beschäftigt hat.
  • Der Doktorand sollte sich auf vorhandene wissenschaftliche Beiträge stützen. Am einfachsten ist es festzustellen, ob ein eventuelles Dissertationsthema wissenschaftlich relevant erscheint, indem es von anderen Autoren zitiert wird. Jede Forschung stößt an ihrer Grenzen. Oft hat ein anderer Wissenschaftler sich mit der Materie bereits befasst und der Doktorand baut auf dessen Erkenntnissen auf.

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