Bereits im Griechenland des vierten vorchristlichen Jahrhunderts gab es Ghostwriter, sog. Logographen. Am bekanntesten wurden Lysias und Antiphon von Rhamnos, die gegen Bezahlung Plädoyers für ihre Kunden verfassten, die diese (mehr oder weniger) auswendig lernten und dann selbst im Gerichtsverfahren vortrugen. Bekannt wurde u.a. die Rede, die Lysias für einen körperbehinderten Handwerker von offenbar zweifelhaftem Ruf verfasste, dessen Rente gestrichen werden sollte. Diese Rede zeichnet sich aus durch besonderen Witz, Esprit, eine gewisse Portion Bauernschläue, Emotion und teils durch naive Vertraulichkeit. Lysias entwickelte in der Anfertigung von Reden für andere eine ausgesprochene Meisterschaft, sich in die Person und die jeweilige besondere Lage seiner Auftraggeber hineinzuversetzen, für die er die betreffenden Redenentwürfe verfasste.

Er verfügte damit über Eigenschaften, die auch heute für einen qualifizierten Ghostwriter nahezu selbstverständlich sind bzw. sein sollten. Ein „guter“ Vertreter seines Fachs fragt zunächst danach, für wen er schreiben soll, für welchen Anlass bzw. aus welchem Grund, bei welcher Gelegenheit das von ihm „wie von einem Phantom“ verfasste Werk präsentiert werden soll und vor allem, mit welcher Präzision es zu erstellen ist bzw. auf welchem Niveau, ob mit wissenschaftlichem Anspruch oder eher allgemein gehalten.

Aber nicht nur in Athen, sondern auch später in Rom, als das Imperium Romanum nahezu die gesamte damals bekannte Welt erfasste, fanden Ghostwriter umfassende Tätigkeitsbereiche. So ließen z.B. die römischen Machthaber, die Cäsaren, bei vielen Anlässen ihre Reden von professionellen Redeschreibern anfertigen.

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