Ghostwriter stehen heute mehr denn je in der Kritik. Es haben sich mittlerweile viele Anbieter auf dem globalen, europäischen und auch auf dem deutschen und deutschsprachigen Markt etabliert. Ihnen wird vorgeworfen, dass sie die derzeitige Tendenz zu Wissenschafts-Plagiaten, zu Fälschungen und wissenschaftlicher Hochstapelei unterstützen, indem sie gegen Geld akademische Leistungen bieten, ohne als Autoren in Erscheinung zu treten und andere bei ihren Betrügereien unterstützen.

Kritisiert wird das Vorgehen gewerblicher Anbieter im Internet, das durch seine Allgegenwärtigkeit diesen (negativen) Erscheinungsformen der akademischen Wirklichkeit Vorschub leistet. Beanstandet wird die Art der Werbung, die von diesen Agenturen betrieben wird. Verwiesen wird dort auf die Arbeitssituation der Studenten, auf ihre soziale Realität, auf die fehlende Zeit, einen etwaigen Schreibstau oder die fehlende Motivation, die Studenten dazu veranlassen, sich der Hilfe von Ghostwritern zu bedienen.

Auch die Verharmlosung wird moniert, die auf entsprechenden Internetseiten von mehr oder weniger seriösen Anbietern betrieben wird. Es werde dort zwar auf die strafrechtliche Situation hingewiesen, aber zugleich betont, dass die vom Ghostwritern angefertigte Arbeit lediglich eine Anregung darstelle, die jeweilige Agentur lediglich als eine Art Ideenschmiede zu begreifen sei, wobei sofort der Hinweis nachgeschoben werde, dass niemand von der Kooperation zwischen dem Auftraggeber und der jeweiligen Agentur erfahren werde, also absolute Vertraulichkeit gewährleistet sei. Dadurch werde zwar eine korrekte Unterrichtung über die strafrechtlichen Aspekte geleistet, gleichzeitig aber dem Kunden zugesichert, dass aufgrund der besonderen Verschwiegenheit niemand davon erfahren werde.

Mit anderen Worten:

Die besondere Vertraulichkeit und Verschwiegenheit werde, so die Kritik, dermaßen in den Vordergrund gestellt, dass ein Kunde, der sich in Zeitnot befindet oder sich mit anderen Misshelligkeiten herumplagt, eben doch zur plagiatorischen Verwendung greift, zumal ihm zugesagt wird, dass er ohnehin nicht erwischt werden könne (vgl. Rieble, V.: Das Wissenschaftsplagiat. Vom Versagen des Systems, Frankfurt am Main, 2010, S. 14 – 15).

Da aufgrund der avancierten technischen Möglichkeiten im Internet mittlerweile in regelmäßige Abständen Wissenschaftsplagiate aufgedeckt werden, man denke nur an prominente Fälle wie

Karl Theodor von und zu Guttenberg,
Annette Schavan,
Silvana Koch-Mehrin und nunmehr
den Plagiatsverdacht bei Frank-Walter Steinmeier,

geraten auch Ghostwriter immer wieder ins Kreuzfeuer der Kritik, ob zu Recht, bleibt dahingestellt. Dass der ehm. deutsche Verteidigungsminister von und zu Guttenberg einen Ghostwriter beschäftigt habe, ist dabei eine Vermutung. Diese war Ausgangspunkt für den als „Bester Fernsehfilm 2013“ nominierten Film „Der Minister“, in dem sich der Jugendfreund des Protagonisten an diesem dadurch rächt, dass er das Ghostwriting öffentlich macht.

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