Als möglicherweise verwirklichte Straftatbestände kommen in Betracht die Tatbestände der Urkundenfälschung gem. § 267 StGB und der falschen Versicherung an Eides statt gem. § 156 StGB. Wegen Urkundenfälschung macht sich strafbar, wer eine unechte Urkunde herstellt, eine echte Urkunde verfälscht oder eine unechte oder verfälschte Urkunde gebraucht. Die schriftlichen Ausarbeitungen sind als Urkunde zu qualifizieren, da sie eine verkörperte menschliche Gedankenerklärung darstellen, die zum Beweis im Rechtsverkehr geeignet und bestimmt ist und die ihren Aussteller erkennen lässt.

Im Rechtssinne echt ist eine Urkunde immer dann, wenn der tatsächliche mit dem angegebenen Aussteller übereinstimmt. Aussteller kann auch derjenige sein, der sich den Text zu Eigen macht. Damit begeht derjenige, der den von einem Ghostwriter verfassten Text als seinen eigenen ausgibt und diesen bei seiner Universität oder einer anderen Bildungseinrichtung als eigene Leistung vorlegt, lediglich eine schriftliche – nicht strafbare – Lüge! Die Tatbestandsalternative des Gebrauchmachens von einer unechten Urkunde ist nicht verwirklicht.

Demgegenüber ist bei § 156 StGB Vorsicht geboten! Denn oftmals sehen Prüfungs- bzw. Promotionsordnungen vor, dass Versicherungen an Eides Statt vorgelegt werden müssen, dass die wissenschaftliche Arbeit eigenständig erstellt worden sei. Versichert ein Doktorand wahrheitswidrig, dass er seine Dissertation alleine und ohne fremde Hilfe erstellt habe, obwohl die Dissertation in Wirklichkeit auf der Leistung eines Ghostwriters beruht, so kommt eine Strafbarkeit des Doktoranden wegen falscher Versicherung an Eides statt nach § 156 StGB in Betracht.

Weiß der Ghostwriter von diesen Umständen, ist ggf. Beihilfe gegeben.

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