Mitunter gibt es Situationen, die einem Ghostwriter nur ein müdes Lächeln abnötigen. Derartige Fälle haben angesichts der geradezu epidemische Ausmaße annehmenden „Plagiats-Hysterie„ in Deutschland in den letzten Jahren massiv zugenommen.

Geradezu als Vorlage für eine Satire kann dabei folgender - wahrer – Sachverhalt dienen:

Eine Bachelorarbeit auf wirtschaftswissenschaftlichem Gebiet wird erstellt. Nach diversen Beanstandungen durch den Kunden, der - mit ausländischen Wurzeln, oder im heutigen „Slang“ mit „Migrationshintergrund“ – offenbar zwar selbst gut deutsch sprechen kann, aber bei der Abfassung schriftlicher Arbeiten dennoch, wenn auch in Deutschland aufgewachsen und sozialisiert, gewisse Schwächen in Wortschatz und Ausdruck aufweist, wird die Arbeit als Entwurf dem zuständigen Professor vorgelegt, der ein erstes Statement abgeben soll. Es werden verschiedene Beanstandungen vorgebracht, was die Stringenz der Darstellung, die Darstellung der Forschungsfragen und der Forschungserkenntnisse betrifft. Dies ist Anlass für eine erneute gründliche Überarbeitung durch den Ghostwriter. Zu guter Letzt bringt der Professor vor, dass er die Arbeit seines Studenten allein deshalb mit einer schlechten Note bewerten werde, weil die Einleitung, in der das Problem beschrieben und die wesentlichen Fragestellungen erörtert werden, einer Plagiatsprüfung nicht standhalten werde.

Der empörte Student, der Auftraggeber des Ghostwriters, gibt diesen Kommentar über die von ihm gewählte Agentur postwendend an den Autoren und Ghostwriter weiter.

Dieser ist verwundert und beteuert, dass er gerade in der Einleitung jedes Wort selbst „gesucht“ und gewählt habe, weil es gerade bei der Einleitung darauf ankomme, dass der Leser mitgenommen werde und eine präzise Formulierung ausschlaggebend, sozusagen die „Visitenkarte der Arbeit“ sei. Es kommt, wie es kommen soll: Die Agentur lässt eine umfangreiche Plagiatsprüfung durchführen. Das Ergebnis bestätigt die Aussagen des Ghostwriters, der sich keiner Schuld bzw. Verfehlung bewusst ist: Ca. 18 % des Textes wird als sog. Plagiat im Sinne des Tests identifiziert. Davon entfallen einige Beispiele auf Gesetzestexte, die wortgleich im Internet abrufbar sind (Was hätte der Ghostwriter machen sollen: Hätte er den Text der Gesetze umformulieren sollen?) in einigen anderen Fällen wird auf Texte im Internet verwiesen, in denen die gleichen Fachbegriffe auftauchen, wohlgemerkt in Aufsätzen, die der Ghostwriter - dies mag man glauben oder nicht - noch nie zuvor zu Gesicht bekommen hatte, und schließlich in der vom Professor inkriminierten Einleitung wurde kein einziges sog. Plagiat im Sinne des Tests festgestellt!

Wie die Sache allerdings weiter verlaufen ist, entzieht sich der Kenntnis des Ghostwriters. Da der Kunde wohl ansonsten über geringere Formulierungskompetenzen verfügte, dürfte die Beauftragung des Ghostwriters für ihn in diesem Falle ggf. nicht unproblematisch gewesen sein! Wie soll er denn dem Professor erklären, dass die Einleitung einen Stil aufwies, der sich himmelweit von dem abhob, den dieser von seinem Studenten gewohnt war?

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