Die Suche nach einem geeigneten Thema für eine Dissertation ist sicherlich einer der schwierigsten Phasen des Promotionsprozesses.

Zum einen muss man sich selbst für das Thema interessieren und davon ausgehen, dass dieses Interesse auch noch weiterhin anhalten wird. Denn der Doktorand muss sich mit der Materie ggf. bis zu fünf Jahren oder im Einzelfall noch länger befassen. Andererseits darf das Thema nicht zu umfassend sein, will man vermeiden, dass man in absehbarer Zeit zu einem vertretbaren Ergebnis gelangt; hat der Doktorand weitergehende akademische Ambitionen, muss das Thema ggf. noch für eine sich u.U. anschließende Habilitation ausreichen.

Das Finden des Themas vollzieht sich nicht in kurzer Zeit. Oftmals wechseln Doktoranden sogar mehrfach die jeweilige Themenstellung. Es kommt immer wieder vor, dass der Doktorand sein Thema erst einige wenige Monate vor dem Ende eines Doktorandenstudiums findet. In den seltensten Fällen wird dem Doktoranden ein ihn brennend interessierendes Thema zugewiesen, mit dem er sich in der Folgezeit intensiv beschäftigen kann.

  • Man darf sich nicht unnötig unter Druck setzten, denn nicht immer sind Dissertationen von grundlegender Natur wie z.B. Arbeiten bekannter Mediziner, Biologen oder Physiker. Der Nachweis des selbständigen wissenschaftlichen Arbeitens kann auch dadurch erbracht werden, dass ein Problem und die dazu vertretenden Lösungsansätze zusammengefasst, aus einer vollkommen anderen Sicht dargestellt gebündelt und neue eigene Lösungsansätze entwickelt werden.
  • Wer Patentlösungen für die Suche nach einem Thema für die Doktorarbeit sucht, wird enttäuscht werden; allenfalls Anregungen können vorgetragen werden. Es empfiehlt sich zudem, auf eigene (Praxis-) erfahrungen zurückzugreifen, d.h. man sollte sich fragen, ob bei früheren Seminar-, Haus-, Diplomarbeiten bzw. Bachelor- oder Masterarbeiten Themen aufgetreten sind, die besonders interessant zu sein schienen. Kann diese Fragestellung Gegenstand einer tiefergehenden Untersuchung sein?
  • Man kann auch die in bestimmten Fachbereichen existierenden Verzeichnisse abgeschlossener oder laufender Dissertationen einsehen. Dabei sollte man von einer Nachahmung oder moralisch zweifelhaften Plagiatsversuchen Abstand nehmen. Denn gerade die Plagiatsthematik hat bekanntlich die deutsche Öffentlichkeit in den letzten Jahren besonders stark beschäftigt. Man denke nur an den Freiherr von und zu Guttenberg, Anette Schavan , Frau Koch-Mehrin, um nur einige zu nennen.
  • Man sollte sich zunächst eine Übersicht über die veröffentlichten Arbeiten in seinem Fachbereich verschaffen. Erst dann wird man in der Lage sein, etwas wirklich Neues zu entwickeln. Kennt man die Grundlagenliteratur nicht, kann man nicht überblicken, ob das Thema bereist bearbeitet wurde. Die Unterhaltung mit Kollegen, Habilitanden und Professoren ist dabei sinnvoll. Vor allem zu Beginn können ihnen diese Personen aus ihrem universitären Umfeld eine erste Orientierung bei der Auswahl ihres Dissertationsthemas liefern. Verlassen sie sich jedoch nicht darauf. Denn nur sehr selten existiert bereits ein vordefiniertes Dissertationsthema.
  • Auch den Kontakt mit den Leuten aus der Praxis ist wesentlich. Wenn man im Bereich der theoretischen Physik forschen will, ist dies allerdings weniger bedeutsam. Der eigen (Labor-) versuch ist dann wichtiger. Ansonst vermitteln Gespräche mit anderen Personen neuartige Perspektiven. Bei Betriebswirtschaftlern muss ein deutlicher Praxisbezug vorahnden sein.
  • Ein andere Frage ist: Sollten Zusammenhänge zwischen dem Dissertationsthema und der für später avisierten Berufstätigkeit beachtet werden? Auch dazu ist eine allgemeingültige Antwort nicht möglich. Legen Arbeitgeber Wert auf ausgewiesene Spezialisten für ganz bestimmte Themenbereichen, ist für sie oft die Frage relevant, ob der Stellenbewerber sich mit der Thematik bereits ausführlich im universitären Umfeld beschäftigt hat.
  • Der Doktorand sollte sich auf vorhandene wissenschaftliche Beiträge stützen. Am einfachsten ist es festzustellen, ob ein eventuelles Dissertationsthema wissenschaftlich relevant erscheint, indem es von anderen Autoren zitiert wird. Jede Forschung stößt an ihrer Grenzen. Oft hat ein anderer Wissenschaftler sich mit der Materie bereits befasst und der Doktorand baut auf dessen Erkenntnissen auf.
Profilbild.png

Rufen Sie uns unverbindlich an. 
Tel. 040 32901 225

Anfrage

Bitte füllen Sie das Formular aus:

 

Zu Ihrer Person

* Sind Pflichtfelder!

Zu Ihrer Anfrage

Ihre Anfrage ist völlig unverbindlich.
Wir melden uns kurzfristig bei Ihnen.