Ein Ghostwriter ist eine Person, die Ghostwriting betreibt, also „wie ein Geist“ für andere Texte erstellt und dabei (in der Regel) namentlich als Urheber nach außen nicht in Erscheinung tritt, also nicht genannt wird.

Ghostwriter werden durch einen Verlag oder eine spezielle Ghostwriting-Agentur oder – ausnahmsweise – direkt durch den jeweiligen Kunden beauftragt. In der Regel besteht jedoch absolute Anonymität, d.h. der Kunde kennt die Person des Auftraggebers nicht. Dieser ist nur der Ghostwriting-Agentur bekannt. Sämtliche Korrespondenz wird daher im Regelfall über die Agentur geführt, die alle Verlautbarungen des Kunden an den Autor und – vice versa - sämtliche Stellungnahmen und Reaktionen an den Kunden weiterleitet. Der Autor verzichtet auf sämtliche Urheberrechte an dem von ihm erstellten Werk, die auf die Agentur übergehen und von dieser auf den Kunden. Dies bedeutet, dass im Ergebnis sämtliche urheberrechtlichen Verwertungs- und Verbreitungsrechte auf den Auftraggeber übergehen.

Ein unmittelbarer Kontakt zwischen dem Autor und dem Kunden findet in der Regel nicht statt, sofern es sich nicht um die Anfertigung von Lebensbeschreibungen und –erinnerungen handelt.

Die Tätigkeit des Ghostwriters ist gesetzlich nicht geschützt. Dementsprechend gibt es auch keinen fest definierten Kanon an Kenntnissen und Fähigkeiten, über die jemand verfügen muss, um Ghostwriting auszuüben. Es sind die sprachliche Ausdrucksfähigkeit und die „Formulierungskunst“ sowie - im Falle des akademischen Ghostwriting – die Fähigkeit zu wissenschaftlich erschöpfender und präziser Recherche, die akademischen Ansprüchen genügende anschließende Aufbereitung und Darstellung des Fakten- und Datenmaterials sowie das Beherrschen der Regeln des exakten wissenschaftlichen Zitierens unter Berücksichtigung der von der jeweiligen Bildungseinrichtung aufgestellten Kriterien, die den qualifizierten Ghostwriter auszeichnen.

Mit anderen Worten:

Ausschließlich die schriftlichen Ausführungen und deren Güte entscheiden über den „Erfolg“ des Kundenauftrags, wobei der Ghostwriter meist niemals in Erfahrung bringen wird, wie Dritte, also Professoren, Prüfungskommissionen oder Kapazitäten aus Forschung und Lehre „seine“ Texte beurteilen.

Wissenschaftliches Ghostwriting hat in Deutschland in den letzten zehn Jahren ungeheuren Aufschwung genommen. Zurückzuführen ist dies auf die „Ökonomisierung“ bzw. „Amerikanisierung“ des akademischen Lehrbetriebs, d.h. die Unterordnung unter die Anforderungen von Wirtschaftsunternehmen. Studierende müssen Semester-, Seminar-, Bachelor- und Masterarbeiten und andere Zwischenqualifikationen in einem starr vorgegebenen Zeitraum in immer stärker „verschulten“ Hochschulen erwerben. Demnach geht es vornehmlich nur mehr darum, in möglichst kurzer Zeit ein Maximum an berufsnotwendigen Kompetenzen zu erlangen.

Das, was deutsche Universitäten auszeichnete und Spitzenleistungen in Forschung und Wissenschaft und auch ein „Studium generale“ ermöglichte, die „Muße“ bzw. „σχολή“, ohne die wahre Bildung nicht möglich ist, ist vollständig abhanden gekommen. Damit steht primär die Ausbildung, d.h. die Vorbildung für einen bestimmten Beruf, und nicht mehr die „Bildung“ von Menschen im Sinne des klassisch-neuhumanistischen Bildungsideals im Vordergrund!

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