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Hauck & Autoren Redaktion · Aktualisiert am · 6 Min. Lesezeit
Checkliste zur Studienwahl: So findest du das passende Studium
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Checkliste zur Studienwahl: Schritt für Schritt zur richtigen Entscheidung

An deutschen Hochschulen gibt es heute weit über 20.000 Studiengänge – eine Auswahl, die kaum noch zu überblicken ist. Steht erst einmal fest, dass ein Studium aufgenommen werden soll, ist es deshalb häufig so, dass der Abiturient schwankt, für welche Ausbildung er sich entscheiden soll.

Die Studienwahl stellt für viele junge Leute, die die Hochschulreife erworben haben, eine besondere Herausforderung dar. Immerhin handelt es sich um einen wichtigen Schritt in der persönlichen Lebensplanung. In der Regel wird die Entscheidung für oder gegen eine bestimmte Ausbildung Auswirkungen auf das gesamte spätere Leben haben. Denn nur wenige entschließen sich dazu, zu einem späteren Zeitpunkt – während der Zeit der Berufstätigkeit oder gar erst danach – noch einmal zu studieren.

Demgemäß muss die Wahl der Ausbildung gut überlegt sein. Die nachfolgenden Ausführungen sollen Orientierungspunkte zur richtigen Studienwahl sein. Der Fragenkatalog soll bei der Entscheidung helfen, und zwar sowohl bei der Wahl des richtigen Studiengangs als auch bei der Wahl der geeigneten Hochschule. Wer noch grundsätzlicher zweifelt, findet in unserem Vergleich Ausbildung oder Studium eine Entscheidungshilfe auf der Ebene davor.

In unserer Beratungspraxis hat sich dafür das Drei-Säulen-Modell der Studienwahl bewährt: Prüfen Sie nacheinander das Fachgebiet (Was passt zu mir?), den Ausbildungsort (Wo will und kann ich studieren?) und die Berufsperspektive (Was kommt danach?). Erst wenn alle drei Säulen tragen, steht die Entscheidung auf sicherem Fundament.

Die nachfolgenden Fragen dienen als Orientierungspunkte. Sie sind nicht abschließend, sie enthalten nur ein Grobraster. Es kann durchaus sein, dass in Ihrem besonderen Fall weitere Gesichtspunkte hinzukommen, die hier nicht erwähnt sind.

Säule 1: Fragen zum Fachgebiet

  • Wo liegen Ihre Hauptinteressen?
  • Woran haben Sie Spaß?
  • Wofür können Sie sich engagieren?
  • Wie verbringen Sie Ihre Freizeit?
  • Was sind Ihre wesentlichen Fähigkeiten und Stärken, was waren Ihre Schwächen in der Schule?
  • Wie sehen Ihre persönlichen Ziele aus? Legen Sie eher Wert auf Geld und Karriere oder mehr auf ein ausgefülltes Privatleben?
  • Was für eine Vorstellung haben Sie von Ihrem späteren Beruf? Was sind Ihre beruflichen Ziele?

Tipp aus der Praxis: Schreiben Sie Ihre Antworten tatsächlich auf, statt sie nur im Kopf durchzugehen. Wer seine Interessen und Stärken schwarz auf weiß vor sich sieht, erkennt Muster – und sortiert unpassende Studiengänge deutlich schneller aus.

Säule 2: Fragen zum Ausbildungsort

Befindet sich an Ihrem Wohnort eine Universität oder Hochschule? Wenn nicht: Sind Sie bereit, von zuhause auszuziehen und in eine andere Stadt umzuziehen, auch auf die Gefahr hin, dass Sie vielleicht Freunde verlieren? Welche Abschlüsse können Sie an der von Ihnen ins Auge gefassten Hochschule erlangen? Gibt es Zulassungsbeschränkungen objektiver Art (z. B. Numerus clausus)? Erfüllen Sie auch die subjektiven Zulassungsvoraussetzungen (Noten, Spezialkenntnisse)? Sind ggf. Eignungstests erforderlich? Wie, wo und wann kann man sich bei der Hochschule bewerben?

Hinzu kommen Fragen zur Reputation: Hat die Hochschule einen hervorragenden, guten oder eher schlechteren Ruf? Hat der von Ihnen gewählte Fachbereich einen besonderen Ruf? Gibt es dort Ausbilder bzw. Professoren, die Koryphäen auf ihrem Gebiet sind? Sind sie ggf. international bekannt? Bestehen an der Hochschule Möglichkeiten einer weitergehenden Spezialisierung? Gibt es ggf. Aufbaustudiengänge? Muss ein Studienanfänger über bestimmte Vorkenntnisse verfügen? Ist dies bei Ihnen der Fall? Müssen Sie ggf. vorab noch Spezialkenntnisse erwerben oder Praktika absolvieren? Werden Vorbereitungskurse für das Studienfach angeboten? Und nicht zuletzt: Passt der Hochschultyp zu Ihnen? Unser Vergleich FH oder Uni zeigt, worin sich die beiden Wege in Lehre, Praxisbezug und Abschlüssen unterscheiden.

Wollen Sie sich ausführlicher beraten lassen? Dann wenden Sie sich bitte an die Beratungsstellen der jeweiligen Hochschule. Im Normalfall existiert eine Studienberatung an jeder Hochschule. Die zuständigen Mitarbeiter können noch detailliertere Auskunft geben, und zwar speziell in Bezug auf die Besonderheiten des jeweiligen Studienortes und die speziellen Bedingungen, die Fächerkombinationen, die Mietmarktsituation für Studenten, Beihilfen, Unterstützungsangebote sowie Freizeit- und Sportangebote – ebenso wie zu Studienangeboten, Zulassungsvoraussetzungen und -beschränkungen. Auch die Frage der Studienfinanzierung sollten Sie frühzeitig klären; einen Überblick gibt unser Beitrag Was bringt BAföG?

Ist die Entscheidung für ein bestimmtes Fach bereits gefallen, bestehen aber noch weitere Fragen? Die Beratungsstelle kann Ihnen in einem solchen Falle auch den Kontakt zur jeweiligen Fakultät vermitteln. Dort geht es dann ans „Eingemachte“, d. h. ausschließlich um Fragen zum gewählten Fachbereich, zu Professoren, Studienmaterialien, Vorlesungen, Seminaren und weiteren Themen.

Selbstverständlich können Sie sich auch an Ort und Stelle erkundigen. Dies ist vielleicht sogar besser, weil Sie dadurch einen Eindruck von der Atmosphäre an Ihrer Hochschule bekommen. Die meisten Hochschulen sind aber auch per E-Mail erreichbar; zudem existieren Websites, auf denen weitere Fragen beantwortet bzw. Informationsadressen angegeben werden. Gute Übersichten über die jeweiligen Studienrichtungen sind im Internet abrufbar. Darüber hinaus bieten Bewertungsportale wie z. B. Studycheck.de Erfahrungsberichte von Studenten und Absolventen. Auch diese sollten Sie bei der Wahl des Studienortes berücksichtigen.

Abiturientin vergleicht Informationsmaterialien verschiedener Hochschulen an einem Schreibtisch mit Laptop und Notizen

Säule 3: Welche Chancen haben Sie mit dem Studium auf dem Arbeitsmarkt?

Diese Frage kann generell dahingehend beantwortet werden, dass sich ein Studium, egal was Sie später daraus machen, auf jeden Fall lohnt. Dies hängt damit zusammen, dass die Anforderungen in der Arbeitswelt immer weiter ansteigen, mit der Folge, dass immer mehr akademisches Know-how gefragt ist. Auch das Postulat des „Lebenslangen Lernens“ („Lifelong Learning“) spielt insoweit eine Rolle.

In der modernen Wissensgesellschaft ist permanente Weiter- und Fortbildung gefragt. Hat man ein wissenschaftliches Studium absolviert, dann verfügt man über einen Fundus an Basistechniken und Methoden, mit deren Hilfe man in der Lage sein wird, auch anspruchsvollere Fragen einer Klärung zuzuführen und sich methodisch intensiv in eine Spezialthematik einzuarbeiten. Hochqualifizierte Akademiker werden stets auf dem Arbeitsmarkt nachgefragt. Dies hat zur Folge, dass die Zahl der arbeitslosen Akademiker zunehmend sinkt.

Welche Chancen Sie auf dem Arbeitsmarkt haben, sollten Sie bei der Studienwahl mitberücksichtigen. Aber dennoch sollten Ihre Neigungen nicht vollkommen außer Acht gelassen werden. Es wäre daher verfehlt, sich für ein Medizinstudium zu entscheiden, weil gerade Ärzte gesucht werden, wenn man kein Blut sehen kann. Ebenso wenig wäre es sinnvoll, sich für ein Musikstudium zu entscheiden, wenn man vollkommen unmusikalisch ist.

Wie die Chancen auf dem Arbeitsmarkt tatsächlich aussehen, ist nicht immer einfach zu sagen. Denn oft ändert sich die Situation im Verlaufe des Studiums: Sind die Aussichten zu Beginn negativ, kann sich die Lage aufgrund unvorhersehbarer Ereignisse vollkommen ändern und positiv werden – dies gilt natürlich auch für den umgekehrten Fall.

Die folgenden Fragen können Ihnen bei Ihrer Analyse helfen:

  • Welche Berufe können Sie nach Abschluss des Studiums ergreifen?
  • Wie groß ist die Anzahl der Berufe, die Sie mit dem Abschluss ergreifen können?
  • Wie sind die Aufstiegschancen in der Industrie, in Behörden, öffentlichen Einrichtungen oder in Unternehmen?
  • Liegen die finanziellen und sonstigen Voraussetzungen vor, um sich ggf. selbständig zu machen?
  • Über welches Ansehen verfügt der Beruf in der Gesellschaft?
  • Wie war die Arbeitsmarktsituation bisher, wie ist sie momentan und wie sind die Zukunftsprognosen?
  • Wie groß ist die Konkurrenz im Beruf? Ist die Branche krisenanfällig?

Alle diese Gesichtspunkte können über die Arbeitsagentur abgeklärt werden – natürlich auch durch Eigenrecherche oder durch Gespräche mit Berufsanfängern und Absolventen. Hat sich der Arbeitsmarkt nach Erlangung des Bachelors massiv verändert, kann ein Masterstudium absolviert werden, und zwar auch in einem anderen Bereich. Ob sich dieser zusätzliche Abschluss für Sie lohnt, beleuchten wir im Beitrag Bachelor oder Masterstudium.

Wer alle drei Säulen – Fachgebiet, Ausbildungsort und Arbeitsmarktperspektive – sorgfältig geprüft hat, trifft seine Studienentscheidung nicht aus dem Bauch heraus, sondern auf einer belastbaren Grundlage. Und sollte sich unterwegs herausstellen, dass eine Korrektur nötig ist: Ein Wechsel ist kein Scheitern, sondern Teil eines ehrlichen Entscheidungsprozesses.

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Häufig gestellte Fragen

Hier finden Sie kurze und klare Antworten auf die häufigsten Fragen.

Wie finde ich heraus, welcher Studiengang zu mir passt?

Analysieren Sie ehrlich Ihre Interessen, Stärken und beruflichen Ziele – am besten schriftlich, denn schwarz auf weiß erkennen Sie Muster schneller. Bewährt hat sich das Drei-Säulen-Modell: Prüfen Sie nacheinander Fachgebiet, Ausbildungsort und Berufsperspektive. Erst wenn alle drei Säulen tragen, steht die Entscheidung auf sicherem Fundament.

Welche Rolle spielt der Studienort bei der Entscheidung?

Eine wichtige: Prüfen Sie Zulassungsvoraussetzungen, mögliche Abschlüsse, den Ruf der Hochschule und des Fachbereichs sowie Spezialisierungsmöglichkeiten. Auch praktische Fragen zählen, etwa ob Sie umziehen müssten und wie der Mietmarkt aussieht. Ein Besuch vor Ort vermittelt zudem einen Eindruck von der Atmosphäre.

Was muss ich bei der Bewerbung an einer Hochschule beachten?

Klären Sie rechtzeitig, ob Zulassungsbeschränkungen wie ein Numerus clausus bestehen, ob Eignungstests, Vorkenntnisse oder Praktika verlangt werden und welche Fristen gelten. Die Studienberatung der jeweiligen Hochschule gibt Ihnen detailliert Auskunft zu Voraussetzungen, Bewerbungswegen und Terminen.

Wie wichtig sind Berufschancen bei der Studienwahl?

Sie sollten die Arbeitsmarktperspektive mitberücksichtigen – etwa mögliche Berufe, Aufstiegschancen und Zukunftsprognosen –, aber nicht zum alleinigen Maßstab machen. Ein Studium gegen die eigenen Neigungen führt selten zum Erfolg. Bedenken Sie zudem, dass sich die Arbeitsmarktlage im Verlauf des Studiums ändern kann.

Wo finde ich Unterstützung bei der Studienwahl?

Studienberatungen der Hochschulen, Bewertungsportale wie Studycheck.de, die Arbeitsagentur und Gespräche mit Studierenden oder Absolventen bieten wertvolle Hilfe.

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