FH oder Uni?

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Die Entscheidung für die Fachhochschule oder die Universität hängt davon ab, ob Sie eher praktisch veranlagt sind und möglichst rasch in der Praxis arbeiten wollen oder ob Sie eher theoretische Neigungen und Fähigkeiten haben und es Ihnen auf eine auch wissenschaftlich fundierte Ausbildung ankommt. Generell lässt sich der Unterscheid somit wie folgt auf den Punkt bringen: An Unis wird mehr geforscht, Fachhochschulen dagegen sind praxisnäher. Dieser Unterschied wird zwar zunehmend geringer, dennoch bleibt er für Studienanfänger bei ihrer Entscheidung für die eine oder die andere Hochschulform wichtig.

Früher war es so, dass sich der Zusatz „FH“ nach dem „Dipl.-Ing“ für das weitere berufliche Fortkommen als nachteilhaft erwies. Denn Uniabsolventen galten allgemein als schlauer, weil sie in theoretischer Hinsicht besser geschult waren, während Absolventen von Fachhochschulen als rein anwendungsorientere Praktiker galten. Dies hat sich durch den sog. Bologna-Prozess geändert. Die Grenzen zwischen beiden Hochschulformen beginnen sich zu verwischen, zumal an Universitäten Praxissemester immer häufiger Teil des Lehrangebots sind; andererseits wird an FHs zunehmend mehr geforscht.

Unabhängig davon wollen sich Fachhochschulen auch weiterhin primär über die anwendungsorientierte Ausbildung profilieren. An den Universitäten wird nach wie vor mehr geforscht und weniger unterrichtet. Die Ausbildung an Fachhochschulen zeichnet sich durch klare Strukturen und konkrete Berufsziele aus. Für Studienanfänger ist es somit eine Frage des persönlichen Lernstils. Kann ich mir meine Zeit gut selbst einteilen? Hilft mir ein obligatorischer Stundenplan? Vertiefe ich mich gerne in Büchern und studiere auch mal gerne für den Selbstzweck?

Die Fachhochschulen legen die Stundenpläne fest, wie in der Schule. An Universitäten dagegen haben Studenten mehr Freiraum bei der Fächerwahl. Dies hat natürlich seine Vorteile, kann aber auch neben allen Freiheiten und der Möglichkeit, auch in verschiedene Themenbereiche und Fachgebiete „hineinzuriechen“, u.U. zu großen Problemen führen. Für viele Studenten ist dies schlicht eine Überforderung.

An den Universitäten ist angesichts der heutigen Verhältnisse auch immer weniger von der vielbeschworenen akademischen Freiheit zu spüren. Spätestens seit der Einführung des sog. Bologna-Prozesses ist auch das Studium an der Uni zunehmend verschult und immer mehr einseitig an ökonomischen Aspekten orientiert. Für den Uni-Bachelor braucht man meist sechs Semester und ist damit schneller „fertig“als FH-Absolventen. Dort dauert der vergleichbare Studiengang sieben bis acht Semester. Studiengänge an der Fachhochschule zielen stärker auf einen Beruf ab. Dies gilt z.B. für Studiengänge wie „Nautik und Seeverkehr“ an der Hochschule Bremen oder „Pflegemanagement“ an der HS Fulda.

Wer also schon früh weiß, wo es hingehen soll, kann sich den passenden Studiengang an einer FH aussuchen. Wer sich mehrere Berufsfelder offen lassen will, sollte sich für die Universität entscheiden, konkret: Statt „Internationales Management mit Arabisch“ sollter er eher ein Studium der Betreibswirtschaftslehre an einer Universität wählen.

Wer jetzt einen Abschluss macht, hat hervorragende Jobchancen, egal ob er von der FH oder der Uni kommt. Wegen des zunehmenden Fachkräftemangels und der Überalterung der Bevölkerung suchen Unternehmen verstärkt nach gutausgebildeten Akademikern. Demnach wird bei Unternehmen immer weniger auf die Unterschiedung zwischen FH und Uni geachtet. Lediglich die obersten Führungspositionen in brösennotierten Unternehmen bleiben offensichtlich nach wie vor Personen mit Universitätsabschluss vorbehalten. Auch die Vergütungen nähern sich immer weiter aneinander an.

Zu den Topverdienern gehören vor allem Absolventen der klassischen Universitätsstudiengänge, z.B. Mathematik, Rechtswissenschaften, Biologie, Chemie, Physik und Medizin. Andere Studien komemn zu dem Ergebnis, dass Uniabsolventen nach wie vor teilweise bevorzugt werden.

Eine weitere Möglichkeit ist das Duale Studium. Diese Studienform wird von Fachhochschulen und von Universitäten angeboten. Sie ist vor allem für Personen geeignet, die bereits berufstätig sind.

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