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Hauck & Autoren Redaktion · Aktualisiert am · 5 Min. Lesezeit
FH-Studium: Vorteile und was du darüber wissen solltest
Inhaltsverzeichnis

Studium an der Fachhochschule: Praxisnah, flexibel und zukunftssicher

Einer der häufigsten Fehler bei der Studienwahl: Viele Abiturientinnen und Abiturienten bewerben sich wie selbstverständlich an einer Universität, ohne das Studium an der Fachhochschule überhaupt ernsthaft geprüft zu haben. Erst nach zwei oder drei Semestern merken sie dann, dass ihnen der Praxisbezug fehlt, die Vorlesungen zu anonym sind und die große akademische Freiheit eher überfordert als beflügelt. Dabei bietet die FH genau das, was viele suchen – wenn du weißt, worauf du achten musst.

Der Unterschied zu einem Unistudium besteht im Kern in vier Punkten: An der FH besteht ein größerer Praxisbezug, das Studium ist stärker durchorganisiert, also „verschulter“, die Studiengänge sind kleiner, und der Zugang setzt kein Abitur voraus. Was diese vier Merkmale konkret für deinen Studienalltag bedeuten, erfährst du in diesem Beitrag. Wenn du grundsätzlich noch schwankst, hilft dir auch unser direkter Vergleich FH oder Uni weiter.

Wie sind die Fachhochschulen entstanden?

Die Geschichte der deutschen Fachhochschulen geht in die 1960er Jahre zurück. Es können drei Phasen unterschieden werden: die konzeptionelle Phase bis 1969, die Ausbauphase bis 1999 und die Phase ab dem Jahr 2000. Zurückzuführen ist die Einrichtung von Fachhochschulen auf die in den 1960er Jahren geführte Diskussion über die deutsche „Bildungskatastrophe“. Ziel war es, eine praxisorientierte, weniger theoretisch ausgerichtete Ausbildung anzubieten. Das Studium an einer Fachhochschule ist demnach bis heute deutlich realitätsnäher angelegt als das klassische Studium an der Universität.

Zwei Besonderheiten solltest du kennen: Fachhochschulen haben kein eigenes Promotionsrecht, und der Frauenanteil beläuft sich bisher lediglich auf rund 30 %. Eine Sonderform des FH-Studiums ist übrigens das duale Studium, bei dem Theoriephasen an der Hochschule und Praxisphasen im Unternehmen fest miteinander verzahnt sind.

Studierende einer Fachhochschule arbeiten gemeinsam an einem Praxisprojekt im Labor

Welche Fächer kannst du an einer FH studieren?

An Fachhochschulen können nur bestimmte Fächer studiert werden. Nachdem es sich zunächst nur um technische Fächer handelte, kannst du heutzutage fast alle Studiengänge an einer FH belegen, die auch an einer Universität angeboten werden. Der Schwerpunkt liegt allerdings nach wie vor auf den ingenieurwissenschaftlichen Fächern. Darüber hinaus stehen dir folgende Bereiche offen:

  • Agrar- und Forstwissenschaften,
  • Informatik und Mathematik,
  • Kunst, Musik und Gestaltung,
  • Medien und Kommunikation,
  • Medizin und Gesundheitswesen,
  • Naturwissenschaften,
  • Technik und Ingenieurwesen sowie
  • Wirtschaft und Recht.

Geistes- und sprachwissenschaftliche Fächer bleiben dagegen weiterhin den Universitäten vorbehalten. Wer Philosophie, Geschichte oder Linguistik studieren möchte, kommt an der Uni also nicht vorbei.

Was zeichnet das Studium an der FH aus?

Anwendungsorientierte Lehre

Das Studium an der Fachhochschule ist durch einen starken Praxisbezug gekennzeichnet. Lehre und Forschung werden nur insoweit betrieben, als dies für die praktische Berufsausübung erforderlich ist. Deshalb musst du an der FH wiederholt mehrwöchige Praktika, Projektphasen und oft auch ganze Praxissemester absolvieren. Das führt zu einer engen Verzahnung zwischen Fachhochschulen und Unternehmen – und diese engen Kontakte erleichtern dir später die Suche nach einem Praktikumsplatz oder sogar nach dem ersten Job. Wegen der Praxisbetontheit dauert das FH-Studium allerdings meist etwas länger als ein Universitätsstudium, in der Regel etwa zwei Zusatzsemester.

Tipp aus der Praxis: In unserer Coaching-Arbeit sehen wir häufig, dass FH-Studierende ihr Praxissemester als „Pause vom Studium“ betrachten. Klüger ist es, das Praktikum gezielt bei einem Unternehmen zu absolvieren, das als späterer Arbeitgeber oder als Partner für die Abschlussarbeit infrage kommt – so erledigst du zwei Dinge auf einmal.

Straffe Organisation

Der Stundenplan ist bei einem Studium an der Fachhochschule meist in stärkerem Maße vorgegeben als bei einem Universitätsstudium. Die Wahlmöglichkeiten sind geringer, die Stundenpläne straff, das Studium ist insgesamt besser durchorganisiert. Was auf den ersten Blick nach Einschränkung klingt, ist für viele ein Vorteil: Du weißt von Anfang an, welche Module wann anstehen, und verlierst seltener Zeit durch falsche Kurswahl oder überfüllte Veranstaltungen.

Kleine Studiengänge, enge Betreuung

Die Zahl der Studierenden ist an Fachhochschulen geringer als an den Universitäten. Demnach sitzen auch in den Lehrveranstaltungen weniger Personen, die Seminare und Lerngruppen sind kleiner, und die Betreuung durch die Lehrenden ist deutlich intensiver. Fragen lassen sich direkt klären, und die Professorinnen und Professoren kennen ihre Studierenden oft persönlich.

Studium ohne Abitur

Für das FH-Studium ist das Abitur nicht erforderlich, es genügt die Fachhochschulreife. Diese erwirbst du nach Abschluss der 12. Klasse in Verbindung mit einem einjährigen Berufspraktikum oder einer abgeschlossenen Berufsausbildung. Damit ist die FH auch für alle interessant, die zunächst eine Ausbildung gemacht haben und sich nun akademisch weiterqualifizieren möchten.

Studentin mit Fachhochschulreife informiert sich am Campus über Studiengänge

Checkliste: Passt ein FH-Studium zu dir?

Geh die folgenden Punkte ehrlich durch – je öfter du zustimmst, desto besser passt die Fachhochschule zu dir:

  • Du lernst am besten, wenn du Theorie direkt anwenden kannst.
  • Du schätzt klare Strukturen und feste Stundenpläne mehr als maximale Wahlfreiheit.
  • Du möchtest schon im Studium Kontakte zu Unternehmen knüpfen.
  • Du bevorzugst kleine Gruppen und direkten Draht zu den Lehrenden.
  • Eine spätere Promotion ist für dich kein zentrales Karriereziel.
  • Du hast die Fachhochschulreife – oder Abitur und den Wunsch nach Praxisnähe.

Merke: Die Entscheidung zwischen FH und Uni ist keine Frage von „besser oder schlechter“, sondern von Lerntyp und Berufsziel. Wer forschen und promovieren will, ist an der Universität richtig; wer anwendungsnah in den Beruf starten möchte, profitiert von der FH.

Du bist dir noch unsicher, welcher Weg der richtige ist? In unserer Übersicht zur Studienwahl findest du weitere Entscheidungshilfen – von der Wahl der Hochschulform bis zur Finanzierung. Mit über 15 Jahren Erfahrung und mehr als 20.000 begleiteten Studierenden unterstützen wir dich gerne auch persönlich bei dieser Weichenstellung.

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Häufig gestellte Fragen

Hier finden Sie kurze und klare Antworten auf die häufigsten Fragen.

Was unterscheidet das FH-Studium vom Universitätsstudium?

Der Unterschied liegt im Kern in vier Punkten: An der FH hast du einen deutlich größeren Praxisbezug, das Studium ist stärker durchorganisiert und damit verschulter, die Studiengänge sind kleiner mit engerer Betreuung, und der Zugang setzt kein Abitur voraus – die Fachhochschulreife genügt. Außerdem haben Fachhochschulen kein eigenes Promotionsrecht.

Welche Studiengänge kann man an einer FH belegen?

Heute kannst du fast alle Studiengänge an einer FH belegen, die auch Universitäten anbieten – der Schwerpunkt liegt aber weiterhin auf den Ingenieurwissenschaften. Daneben stehen dir unter anderem Informatik, Wirtschaft und Recht, Medien und Kommunikation, Naturwissenschaften, Gesundheitswesen sowie Agrar- und Forstwissenschaften offen. Geistes- und sprachwissenschaftliche Fächer bleiben den Universitäten vorbehalten.

Ist ein FH-Studium auch ohne Abitur möglich?

Ja, für das FH-Studium genügt die Fachhochschulreife. Diese erwirbst du nach Abschluss der 12. Klasse in Verbindung mit einem einjährigen Berufspraktikum oder einer abgeschlossenen Berufsausbildung. Damit ist die FH besonders interessant, wenn du zunächst eine Ausbildung gemacht hast und dich nun akademisch weiterqualifizieren möchtest.

Wie praxisorientiert ist das Studium an der FH?

Sehr praxisorientiert: Du absolvierst mehrwöchige Praktika, Projektphasen und oft ganze Praxissemester, und die Lehre ist konsequent auf die Berufsausübung ausgerichtet. Durch die enge Verzahnung mit Unternehmen knüpfst du schon im Studium Kontakte, die dir später die Suche nach Praktikum oder erstem Job erleichtern. Dafür dauert das FH-Studium meist etwa zwei Semester länger als ein Unistudium.

Gibt es Nachteile gegenüber einem Universitätsstudium?

Ja, einige Punkte solltest du kennen: Fachhochschulen haben kein eigenes Promotionsrecht – wer forschen und promovieren will, ist an der Uni besser aufgehoben. Die Wahlmöglichkeiten im Stundenplan sind geringer, geistes- und sprachwissenschaftliche Fächer werden nicht angeboten, und das Studium dauert wegen der Praxisphasen meist etwas länger. Entscheidend ist, ob Lerntyp und Berufsziel zur FH passen.

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