Kostenlose & unverbindliche Beratung
Individuell, diskret und schnell – wir melden uns innerhalb von 24 Stunden.
Jetzt Anfrage sendenInhaltsverzeichnis
So findest du den passenden Weg zur Doktorarbeit
Ein typischer Fehler bei der Suche nach einer Promotionsmöglichkeit: Viele verlassen sich ausschließlich auf offizielle Stellenausschreibungen – und wundern sich, dass sie immer zu spät kommen. Dabei werden viele Promotionsstellen vergeben, bevor sie überhaupt öffentlich ausgeschrieben werden. Wer den Weg zur Doktorarbeit sucht, braucht deshalb mehr als regelmäßige Blicke auf Jobportale: eine Strategie, die offizielle, persönliche und digitale Kanäle gezielt kombiniert.
Die Ausgangslage: Wo stehst du?
Meist hat man im Laufe des Studiums bereits genügend eigenes Wissen erlangt, um beurteilen zu können, wo man promovieren will. In der Regel kennt man die Professoren, die auf dem eigenen Gebiet forschen, oder man kann diese in Erfahrung bringen – oft allein aufgrund der Lektüre von Fachzeitschriften oder Dissertationen bzw. der Recherche der jeweiligen Fundstellen und Zitate.
Manchmal kommt ein Kontakt zum gewünschten Doktorvater aber nicht zustande, oder es bestehen andere Hinderungsgründe. Mitunter wird der Promotionsentschluss auch erst gefasst, nachdem der zukünftige Doktorand bereits längst in der Praxis Fuß gefasst hat – etwa als Rechtsanwalt oder als Mitarbeiter eines Forschungsunternehmens, der an Versuchsreihen beteiligt ist. Oder man ist inzwischen in eine andere Stadt umgezogen. Die Suche nach einer geeigneten Promotionsstelle kann sich daher gelegentlich schwierig gestalten. Dabei musst du strategisch denken, das heißt verschiedene Wege parallel verfolgen, um ans Ziel zu kommen. In unserer Coaching-Praxis hat sich dafür die Drei-Wege-Strategie bewährt: universitäres Umfeld, persönliches Netzwerk und Online-Recherche – gleichzeitig statt nacheinander.
Weg 1: Das universitäre Umfeld
Zunächst bietet es sich an, sich im universitären Umkreis umzuhören. Meist besteht schon Kontakt zu einem bestimmten Professor, mit dem man während des Studiums besonders eng zusammengearbeitet hat. Du kannst auch die Website der betreffenden Fakultät zurate ziehen, wenn du nicht ohnehin auf dem Laufenden bist. Der Nachteil bzw. das Risiko: Ausgeschriebene Stellen werden rasch besetzt, und man kommt zu spät, wenn man nicht schnell genug ist. Wie du gezielt auf potenzielle Betreuer zugehst, liest du in unserem Beitrag zum Thema Doktorvater oder Doktormutter finden.

Weg 2: Das persönliche Netzwerk
Oft sind es auch Bekannte, Freunde oder Kommilitonen, die auf Promotionsmöglichkeiten hinweisen können. Demnach gilt: Je mehr Personen von dem Projekt „Promotion“ Kenntnis haben, desto besser. Da offizielle „Pfade“ ausgetreten sind und man, wie gezeigt, häufig nicht schnell genug ist, sind „inoffizielle“ Wege oft besser. Auf diese Weise kann es dir gelingen, einerseits möglichst frühzeitig möglichst viele Menschen auf das Vorhaben hinzuweisen, andererseits etwaige Mitbewerber zu umgehen.
Ein häufig beobachteter Umstand: Potenzielle Doktorväter fragen meist als Erstes ihre Assistenten, wer aus deren Bekanntenkreis für die jeweilige Stelle besonders prädestiniert ist. Für viele Menschen stellt das Kennenlernen neuer Personen im Beruf trotz aller Chancen eher eine Belastung dar – so nehmen auch an der Universität Professoren lieber Doktoranden an, die sie bereits kennen.
Wird der Entschluss zur Promotion erst später – in der Berufspraxis – gefasst, solltest du auch auf gemeinsam besuchte Seminare und sonstige Lehrveranstaltungen zurückgreifen; es muss nicht unbedingt eine Arbeit am jeweiligen Lehrstuhl gewesen sein. Manchmal kann auf Konferenzen oder Seminaren ein alter Kontakt wieder aufgefrischt bzw. intensiviert werden. Immer wieder kommt es auch vor, dass Professoren „gestandene Praktiker“ als Doktoranden bevorzugen, weil diese eigene Berufserfahrung mit einer bestimmten Thematik mitbringen und diese Kenntnisse einbringen können. Solche Vorkenntnisse erleichtern das Abfassen der Dissertationsschrift erheblich: Man kann rascher entscheidende Erkenntnisse erzielen, die eher theoretisch denkenden Doktoranden gegebenenfalls verschlossen bleiben.
Tipp aus der Praxis: Formuliere für dein Netzwerk einen Zwei-Sätze-Pitch – Fachgebiet, grobe Themenrichtung, gewünschter Zeitrahmen. Wer konkret sagen kann, wonach er sucht, wird deutlich öfter weiterempfohlen als jemand, der „irgendwann mal promovieren“ möchte.
Weg 3: Online-Recherche und Ausschreibungen
Auch im Internet wird auf Promotionsmöglichkeiten hingewiesen – in besonderen Jobbörsen bzw. im Anzeigenteil der Tages- und Wochenzeitungen. Auf dem Gebiet der Naturwissenschaften ist der Bedarf an Forschern besonders groß: Namhafte deutsche und internationale Institute veröffentlichen in regelmäßigen Abständen Anzeigen, in denen sie um geeignete Kandidaten werben.
Die deutsche Hochschulrektorenkonferenz bietet beispielsweise eine besondere Suchmaschine an. Dort lässt sich ersehen, wo welcher Doktorgrad erworben werden kann, wobei allerdings keine Angaben zu Tätigkeiten als interner Doktorand gemacht werden. In der Erweiterten Suche kannst du auch nach Promotionsmöglichkeiten für bestimmte Sach- und Themengebiete suchen. Das ist vor allem für Fächer von Bedeutung, in denen Promotionen mit unterschiedlichen Schwerpunkten und Abschlüssen in Betracht kommen – etwa mit Lebensmitteltechnologie zum Dr.-Ing., Dr. rer. nat. oder Dr. oec. troph. Eine klare Vorstellung vom eigenen Thema für die Doktorarbeit hilft dir dabei, die Suchergebnisse sinnvoll einzugrenzen.
Schließlich sind auch Initiativbewerbungen denkbar, aber eher unpraktikabel, weil am wenigsten erfolgversprechend. Diese Möglichkeit ist demnach von nachrangiger Bedeutung – immerhin kannst du dir danach nicht den Vorwurf machen, nicht alle Möglichkeiten ausgeschöpft zu haben.

Realistisch planen: Zeit und Finanzierung
Das Suchen nach einer geeigneten Promotionsstelle ist mit der Suche nach einem geeigneten Arbeitsplatz zu vergleichen. Allerdings ist das Angebot kleiner: Die Anzahl möglicher Dissertationsangebote ist wesentlich geringer, die Auswahl eingegrenzt. Dementsprechend nimmt allein die Suche nach einer geeigneten Promotionsstelle längere Zeit in Anspruch – plane dafür realistischerweise mehrere Monate ein und kläre parallel, wie du deine Promotion finanzierst. Einen Gesamtüberblick über Wege, Voraussetzungen und Herausforderungen rund um den Doktortitel findest du auf unserer Themenseite zur Promotion.


