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Hauck & Autoren Redaktion · Aktualisiert am · 4 Min. Lesezeit
Thema für Doktorarbeit
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Doktorarbeit: Wie du das passende Thema findest

Einer der häufigsten Fehler bei der Themenwahl: Doktoranden entscheiden sich für ein Thema, das beim ersten Lesen spannend klingt – und merken erst nach Monaten, dass es zu breit angelegt ist oder sie das Interesse daran verlieren. Die Suche nach einem geeigneten Thema für die Doktorarbeit ist sicherlich eine der schwierigsten Phasen des gesamten Promotionsprozesses, und genau deshalb lohnt es sich, sie systematisch anzugehen.

Zum einen musst du dich selbst für das Thema interessieren und davon ausgehen können, dass dieses Interesse auch anhalten wird. Denn als Doktorand befasst du dich mit der Materie ggf. bis zu fünf Jahre oder im Einzelfall noch länger. Andererseits darf das Thema nicht zu umfassend sein, wenn du in absehbarer Zeit zu einem vertretbaren Ergebnis gelangen willst. Hast du weitergehende akademische Ambitionen, muss das Thema ggf. sogar noch Stoff für eine sich u. U. anschließende Habilitation hergeben.

Das Finden des Themas vollzieht sich nicht in kurzer Zeit. Oftmals wechseln Doktoranden sogar mehrfach die Themenstellung, und es kommt immer wieder vor, dass das endgültige Thema erst wenige Monate vor dem Ende eines Doktorandenstudiums feststeht. In den seltensten Fällen wird dir ein brennend interessierendes Thema einfach zugewiesen – die Initiative liegt bei dir. Wie der gesamte Ablauf einer Promotion aussieht, solltest du dabei von Anfang an im Blick haben.

Merke: Ein gutes Dissertationsthema erfüllt drei Bedingungen zugleich: Es interessiert dich über Jahre, es ist eng genug für ein vertretbares Ergebnis – und es ist wissenschaftlich noch nicht erschöpfend bearbeitet.

Der 5-Schritte-Plan zur Themenfindung

Patentlösungen für die Themensuche gibt es nicht – wer danach sucht, wird enttäuscht. Aber es gibt bewährte Wege, die du nacheinander abschreiten kannst. In unserer Coaching-Praxis hat sich dieser Fünf-Schritte-Plan bewährt:

Schritt 1: Eigene Erfahrungen auswerten

Greife auf deine eigenen (Praxis-)Erfahrungen zurück. Frage dich, ob bei früheren Seminar-, Haus-, Diplomarbeiten bzw. Bachelor- oder Masterarbeiten Themen aufgetreten sind, die dir besonders interessant erschienen. Kann diese Fragestellung Gegenstand einer tiefergehenden Untersuchung sein? Oft steckt in einer Fußnote oder einem offen gebliebenen Nebenaspekt deiner Abschlussarbeit bereits der Kern einer Dissertation.

Setze dich dabei nicht unnötig unter Druck: Nicht jede Dissertation muss von grundlegender Natur sein wie die Arbeiten bekannter Mediziner, Biologen oder Physiker. Der Nachweis selbständigen wissenschaftlichen Arbeitens kann auch dadurch erbracht werden, dass du ein Problem und die dazu vertretenen Lösungsansätze zusammenfasst, aus einer vollkommen anderen Sicht gebündelt darstellst und neue eigene Lösungsansätze entwickelst.

Schritt 2: Den Forschungsstand überblicken

Verschaffe dir zunächst eine Übersicht über die veröffentlichten Arbeiten in deinem Fachbereich. Erst dann bist du in der Lage, etwas wirklich Neues zu entwickeln. Kennst du die Grundlagenliteratur nicht, kannst du nicht überblicken, ob das Thema bereits bearbeitet wurde. Du kannst auch die in bestimmten Fachbereichen existierenden Verzeichnisse abgeschlossener oder laufender Dissertationen einsehen.

Von Nachahmung oder moralisch zweifelhaften Plagiatsversuchen solltest du dabei unbedingt Abstand nehmen. Gerade die Plagiatsthematik hat die deutsche Öffentlichkeit in den letzten Jahren stark beschäftigt – man denke nur an den Freiherrn von und zu Guttenberg, Annette Schavan oder Silvana Koch-Mehrin, um nur einige zu nennen.

Schritt 3: Gespräche im universitären Umfeld führen

Die Unterhaltung mit Kollegen, Habilitanden und Professoren ist äußerst sinnvoll. Vor allem zu Beginn können dir diese Personen aus dem universitären Umfeld eine erste Orientierung bei der Auswahl deines Dissertationsthemas liefern. Verlasse dich jedoch nicht allein darauf, denn nur sehr selten existiert bereits ein vordefiniertes Dissertationsthema. Bedenke auch: Thema und Betreuungsperson hängen eng zusammen – wie du eine passende Betreuung findest, erfährst du in unserem Beitrag zum Thema Doktorvater oder Doktormutter finden.

Doktorand recherchiert Fachliteratur zur Themenfindung in der Universitätsbibliothek

Schritt 4: Kontakt zur Praxis suchen

Auch der Kontakt mit Leuten aus der Praxis ist wesentlich. Gespräche mit Praktikern vermitteln neuartige Perspektiven und zeigen dir, welche Fragestellungen tatsächlich relevant sind. Bei Betriebswirten muss ein deutlicher Praxisbezug ohnehin vorhanden sein. Willst du dagegen im Bereich der theoretischen Physik forschen, ist dies weniger bedeutsam – dort ist der eigene (Labor-)Versuch wichtiger.

Eine weitere Frage in diesem Schritt: Sollten Zusammenhänge zwischen dem Dissertationsthema und der später avisierten Berufstätigkeit beachtet werden? Eine allgemeingültige Antwort ist nicht möglich. Legen Arbeitgeber Wert auf ausgewiesene Spezialisten für ganz bestimmte Themenbereiche, ist für sie oft die Frage relevant, ob du dich mit der Thematik bereits ausführlich im universitären Umfeld beschäftigt hast.

Schritt 5: An vorhandene Forschung anknüpfen

Stütze dich auf vorhandene wissenschaftliche Beiträge. Am einfachsten lässt sich feststellen, ob ein mögliches Dissertationsthema wissenschaftlich relevant erscheint, indem du prüfst, ob es von anderen Autoren zitiert wird. Jede Forschung stößt an ihre Grenzen: Oft hat sich ein anderer Wissenschaftler mit der Materie bereits befasst, und du baust auf dessen Erkenntnissen auf. Genau an diesen Grenzen – den offenen Fragen, den „weiteren Forschungsbedarf“-Abschnitten in Aufsätzen und Dissertationen – findest du die vielversprechendsten Anknüpfungspunkte.

Unterstützung bei der Themenfindung

Wenn du trotz dieser Schritte nicht weiterkommst, musst du die Suche nicht allein bewältigen. Unsere erfahrenen Akademiker begleiten dich gerne bei der Themensuche, prüfen die Tragfähigkeit deiner Ideen und helfen dir, aus einem vagen Interesse eine präzise Forschungsfrage zu entwickeln – damit dein Promotionsvorhaben von Beginn an auf einem soliden Fundament steht.

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